Dorf der Jungsteinzeit
Dorf der Jungsteinzeit

Geographisch[1] beschreiben lassen sich die Barbaren am Beispiel der damaligen Grenzregionen des römischen Reiches. In den heutigen Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Schweiz und Österreich zeigen sich im Wesentlichen die geographischen Charakteristika der Regionen Germania Inferior und Superior, Gallica, Belgica und Raetia.

Regionen, die durch Rhein und Donau begrenzt wurden, dienten als Demakationslinie. Sie waren keine undurchdringlichen Barrieren, sondern Verkehrs- und Kommunikationswege mit Gütertransport auf dem Wasser und dienten gleichzeitig zur Truppen- und Materialbewegung.

 

Es gibt drei unterschiedliche topographische Zonen. Zum einen die nordeuropäische Ebene, die beidseitig des Niederrhein und entlang der Nordsee und Kanalküste verlief. Das Land war flach und meist sandig, mäßiger Getreideanbau, aber sehr gute Viehhaltung auf Grund von Feuchtwiesen und Gräsern war möglich. Dadurch wurde eine spezielle Bewirtschaftung und Beziehung zu den anderen Bevölkerungsgruppen ermöglicht. Die Rheinarme und andere nach Norden und Westen fließende Flüsse in Nordfrankreich, den Niederlanden und Deutschland dienten als Schwemmland. Die wenigen Steinbrüche mit geringem Erzvorkommen baute man ab und an den Gewässern und Meeren florierte die Fischerei.

Zum Anderen gab es die hügeligen Hochländer Mitteleuropas, dem südlichen Niederlande und Belgien, und dem Nordwesten Deutschlands. Hier bedeckten Lössböden den Sand und boten dadurch deutlich bessere Ackerbaubedingungen. Davon südlich gelegen durchzogen viele Flüsse das Land und auf den fruchtbaren Böden gediehen eine Reihe von Feldfrüchten. Die Hügellandschaft verfügte über umfangreiche Metallvorkommen und Steinbrüche.

Die dritte Zone waren die Mittelgebirgsketten und das Hochgebirge. Sie unterbrachen dieses vorherrschende Bild, meist unbewohnt lagen die höchsten Erhebungen von Vogesen, Schwarzwald und Alpen.Die unterschiedlichen Landschaften dieser Grenzzonen des römischen Reiches boten ihren Einwohnern eine Vielfalt an Ressourcen. Acker- und Weideland, die Fischerei, Eisenerz- und Steinabbau, sowie Ton für Töpferei und Ziegelherstellung. Praktisch das ganze Land war für eine dauerhafte Besiedlung geeignet.

 



[1] Peter S. Wells, Die Barbaren sprechen, S.14f.