Trinkhorn aus Rinderhorn
Trinkhorn aus Rinderhorn

 

Im Grunde ist die Metherstellung ganz einfach, denn bei der Weinherstellung, das heißt also bei der Vergärung von zuckerhaltigen Früchten oder Honig, machen wir uns ein Naturprinzip zunutze, das da heißt, alles läuft im Kreis. Die Natur baut zunächst einmal in den Pflanzen den Zucker auf, als Energiespeicher par Excellenze. Den nutzen nun u. a. Tiere als Energiespender. Bei den Bienen wissen wir, dass sie zuckerhaltigen Honig zunächst einmal für sich selbst als direkte Nahrung während der Arbeit verspeisen, sie füttern aber auch ihren Nachwuchs damit und verschließen ihn in ihren Waben als Vorrat für den Winter. Aber auch Mikroorganismen, insbesondere die Hefen, verwenden den Zucker zur Vermehrung ihrer Zellen, dabei wird ein Teil der im Zucker enthaltenen Energie abgebaut. Zunächst wird Kohlendioxid frei und es entsteht Alkohol. Die Germanen wussten zwar noch nicht, wie das im einzelnen funktioniert, das ist der Mikrobiologie der Neuzeit vorbehalten geblieben, aber sie kannten durchaus die berauschenden Wirkungen des Alkohols. Übrigens, der Honig eignet sich auch deshalb sehr gut zur Alkoholherstellung, weil die Enzyme der Biene dafür sorgen, dass aus Vielfachzuckern des Nektars, z.B. aus der Saccharose, unserem Haushaltszucker, durch Abspaltung sogenannte Einfachzucker entstehen, hier sind es Traubenzucker und Fruchtzucker. Diese Einfachzucker vergären viel schneller.

Zur Herstellung benötigen Sie zunächst einmal eine Gärflasche. Diese gibt es in Glas und aus Kunststoff. Wir empfehlen 10 Liter Glasballons. Ganz wichtig ist ein Gäraufsatz mit einem passenden Gummistopfen, denn beim Gärprozess entsteht ja Kohlendioxid und das muss irgendwo raus. Gleichzeitig muss aber verhindert werden, dass die Außenluft nach innen dringt, inklusive schädlicher Mikroorganismen, die den Gärprozess stören können. Übel wären beispielsweise Essigbakterien, die von winzig kleinen Fruchtfliegen transportiert werden, dann setzt sich der entstandene Alkohol direkt in Essig um und das wäre doch zu schade. Der Essig ist übrigens die weitere Abbaustufe des Zuckers, aber durch den Gäraufsatz lässt sich dieser Prozess gut verhindern. Gäraufsätze für die Weinherstellung gibt es einerseits in Glasausführung, andererseits aber auch in Kunststoff, diese sind dann erheblich preiswerter. Dann brauchen Sie noch einen größeren Topf und übliche Haushaltsgegenstände und natürlich die Hefe, aber das können Sie jetzt dem Rezept entnehmen.

Sie benötigen folgende Zutaten:

 

• 5 Gläser Bienenhonig oder 2,5 kg Honig

• 4 l Wasser

• 1 l Apfelsaft

• 20-30 g Apfelsäure

• 1 geriebenen Apfel oder 5g Weizenmehl

• 2 TL Hefenährsalz

• Reinzuchthefe

 

Herstellung

 

Zunächst erwärmen Sie den Honig in einem Wasserbad auf einer Elektroplatte oder auf dem Gasherd auf niedrigster Hitze, lassen Sie sich da ruhig etwas Zeit und rühren Sie, damit der Honig überall gleichmäßig erwärmt wird, um. Bitte nicht höher als 40°C. Wir empfehlen Ihnen dies mit dem Thermometer zu kontrollieren, denn eine höhere Temperatur könnte dem Aroma des Honigs schaden. Dann geben Sie den Honig unter ständigem Rühren in die ebenfalls auf 40°C erwärmte Wasser-Apfelsaft-Mischung hinein. Jetzt nehmen Sie eine halbe Tasse von dieser Mischung ab und lösen darin das Hefenährsalz auf. Zusammen mit der Apfelsäure geben Sie das nun wieder in die Honiglösung zurück. Zuallerletzt, wenn alles auf etwa 20°C abgekühlt ist, fügen Sie die Hefe hinzu. Die Abkühlung ist wichtig, denn die empfindlichen Hefepilze können bereits bei einer Temperatur über 28°C absterben. Geben Sie jetzt noch den geriebenen Apfel hinein und füllen das Ganze in einen ca. 10 Liter fassenden Ballon. Verschließen Sie ihn mit dem Gäraufsatz und stellen Sie ihn an einen schattigen, warmen Ort. Das kann durchaus auf dem Küchenschrank sein, da können Sie ihn auch gut beobachten. Die Gärung funktioniert am besten zwischen 20 und 25°C. Die Hauptgärung dauert etwa 7 bis 20 Tage, währenddessen bildet sich reichlich CO2. Dabei empfiehlt es sich, den Ballon anfangs täglich, dann ein- bis zweimal in der Woche zu schwenken, das beschleunigt die Reife. In der etwas ruhigeren Nachgärphase, die kann bis zu zwei Monate dauern, verlangsamt sich dann die CO2 Entwicklung, weil der größte Anteil des Zuckers bereits vergoren ist. Wenn die Gärung weitgehend zum Stillstand gekommen ist, d.h. kein Kohlendioxid mehr heraussprudelt, dann können Sie den Met von der Hefe abziehen, und das geht am besten mit einem Schlauch, in den Sie unten eine Kerbe eingeschnitten haben, damit er sich im Falle des Falles nicht am Boden festsaugt. Der Schlauch sollte so lang sein, dass er mindestens 10 cm unter den Flaschenboden reicht, z.B. auf den Küchentisch. Stellen Sie die Flasche dazu etwas erhöht ab und saugen den Met mit dem Mund von unten an, dann läuft er von selbst aus der Flasche heraus. Achten Sie darauf, dass das Schlauchende nicht in die Hefeschicht am Boden des Gärballons ein taucht, d.h. halten Sie das Ende etwa 1 bis 2 cm über den Flaschenboden. Sie können den Met jetzt schon trinken, er schmeckt ausgesprochen spritzig, weil er noch ein wenig perlt, man kann ihn als eine Art Federweißer ansehen.

Vorsicht: Diesen noch leicht gärenden Met dürfen Sie auf keinen Fall auf gewöhnliche Flaschen ziehen. Durch die Nachgärung entsteht ein Druck auf den Flaschen, der diese explodieren lässt.

Wollen Sie den Met länger aufbewahren, dann empfiehlt es sich, nachdem Sie ihn von der ersten Hefe abgezogen haben, ihn noch einmal nachgären zu lassen. Vergessen Sie aber dann nicht den Gäraufsatz. Nach etwa 1 bis 2 Monaten ist der Met dann reif. Es macht nichts aus, wenn er danach zunächst noch trüb ist. Seine wunderschöne goldgelbe Farbe kommt aber erst voll zur Geltung, wenn er geklärt ist. Dafür brauchen Sie keine aufwendigen Geräte, dies geschieht weitestgehend automatisch durch Stehen lassen. Das dauert noch mal so etwa 3 bis 4 Wochen. In dieser Zeit sinken die Schwebstoffe langsam nach unten und sammeln sich ebenfalls am Boden an. Jetzt können Sie den Met mit dem Schlauch, wie eben gezeigt, auf kleinere Flaschen füllen. Wichtig ist auch ein ordentliches Verkorken. Hierfür können Sie entweder einen Korken mit Griffteil verwenden, die gibt es aus Kunststoff oder aus Naturkork oder auch einen Spitzkorken. Mit einem kräftigen Gummihammerschlag können Sie auch hiermit die Flasche perfekt verschließen. Es geht aber auch zur Not in Mineralwasserflaschen mit Schraubverschluss oder Obstflaschen mit Switch-off-Deckel, die Haltbarkeit wird dadurch sogar verlängert.

 

Auszug aus: imker-m-ebe.de/produkte/met.doc