Eintopf und Wildfleisch

Germanische Rezepte


(Wenn nicht anders angegeben für 4 Portionen)

 

Rotkohleintopf

 

Zutaten:

1kg Schweinegulasch

250g Speck

1,4kg Rotkohl

250g Käse

8 Zwiebeln

Schmalz

Salz

Pfeffer

Milch

1 Apfel

 

So funktionierts: Einen großen Topf über das Feuer hängen oder über die Feuergrube stellen und etwas Schmalz dazu geben. Dann die Zwiebeln grob schneiden und andünsten, den Speck und den Apfel würfeln und hinzugeben. Nun den Gulasch klein schneiden und im Topf anbraten, nach und nach einen halben Liter Milch zugießen und gut verrühren. Nach etwa zehn Minuten den Rotkohl dazugeben. Anschließend etwas nachrühren und den Käse im Topf einschmelzen lassen. Den Topf noch etwa zwanzig Minuten köcheln lassen. Wichtig ist bei der Zubereitung immer gut zu rühren, da der Eintopf leicht anbrennt!

 

Wurzelgemüse

 

Zutaten:

1 Kohlrübe

2 bis 3 Karotten

halber Kohlkopf

1 Stange Lauch

Butter

Honig

Salz

Pfeffer

 

So funktionierts: Wurzelgemüse schälen und klein schneiden. Der Lauch wird hierbei erst einmal außer Acht gelassen. In leicht gesalzenem Wasser etwa fünf Minuten kochen und dann abgießen. Danach das Wurzelgemüse in reichlich Butter andünsten, bis es weich ist. Gegen Ende den Lauch hinzufügen und bräunen. Honig unterrühren und noch etwas würzen. Wir wünschen euch allen ein gutes Mahl und Gelingen beim Ausprobieren, hoffentlich verletzt sich niemand ernsthaft … Wir würden uns freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit dem Rezept im Forum preisgeben würdet!

 

Haferbrei (Havregröt)

 

1 Liter Wasser

Prise Salz

125 g Haferschrot bzw. Haferflocken

½ Liter Skyr (Gesalzene Dickmilch)

 

Das gesalzene Wasser aufkochen lassen, den Hafer hinzugeben. Ca. 20 &nd! ash; 25 Minuten köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren. In Schüsseln mit dem Skyr anrichten.

 

Buchweizengrütze

1 l Milch

Prise Salz

125 g Buchweizen

20 g Butter

Honig

 

Den Buchweizen mit heißem Wasser abspülen. Die Milch mit dem Salz aufkochen lassen, den Buchweizen dazu geben.

Ca. 20 - 25 Minuten köcheln lassen, dabei ständig rühren, da die Grütze schnell ansetzt. In Schüsseln anrichten und in die Mitte jeweils einen Klacks Butter und Honig geben.

Dies ist natürlich die edle Variante, meistens wurde die Grütze mit Wasser oder nur mit verdünnter Milch zubereitet. Buchweizengrütze sättigt stark.

 

Fladbröd (Fladenbrot)

 

Zutaten für 8 Brote

450 g Roggenvollkornmehl

1 Teel. Salz

50 g Butter

20 g Hefe

275 ml lauwarmes Wasser

75 g Weizenkleie

 

Hier die Variante mit Hefe, die für heutige Verhältnisse genießbarer ist. Außerdem setzen wir statt der historisch getreuen Birkenrinde oder Kiefernborke Weizenkleie bei.

Die Hefe mit etwas Wasser glatt rühren, das restliche Wasser hinzugeben und mit dem Mehl zu einem glatten Teig verarbeiten. Die Weizenkleie nach und nach dazugeben. Den Teig für ca. 5 Minuten gut durchkneten. Dann den Teig in 8 ungefähr gleich große Stücke teilen und zu runden Fladen ausrollen..

Eine große Pfanne fetten, den Fladen in die Pfanne geben und mehrfach mit dem Messer einstechen. Nun den Fladen unter mehrfachem Wenden in der Pfanne ausbacken. ! Das dauert, je nach Teigdicke, zwischen 10 bis 20 Minuten pro Brot. Das Brot kann auch auf dem Backblech im Backofen gebacken werden, dann entfällt das Wenden.

Warm serviert schmeckt das Brot am besten. Zum kalt essen eignen sich dünne Fladen am besten, denn das Brot wird abgekühlt ziemlich zäh und schnell hart, ist dann aber lange haltbar. Geschmacklich etwa mit Knäckebrot vergleichbar.

 

Lauchsuppe

 

1000 g Lauch (in 2 cm lange Stücke geschnitten),

1 ¼ l Fleischbrühe (an besten selbstgemacht)

Salz

Pfeffer

2 Eier

1/8 l Sahne

2 bis 3 TL Petersilie (fein gehackt)

 

Lauch in der Fleischbrühe weichkochen, mit Salz und Pfeffer abschmecken, Eier und Sahne in die Suppe einrühren, mit Petersilie bestreuen.

 

Kohltopf

 

1000 g Weißkohl (gehobelt)

250 g säuerliche Äpfel (in feine Scheiben geschnitten)

Pfeffer

Kümmel

½ l Skyr (Dickmilch mit Salz), 2 EL Butter

 

In einer feuerfesten Form Butter zerlassen, Weißkohl mit Kümmel und Pfeffer, Apfelscheiben und Dickmilch schichten und bei mittlerer Hitze im Ofen etwa 1 Stunde weichkochen.

 

Zwiebelsuppe

6 mittelgroße Zwiebeln (in Ringe geschnitten)

40 g Butter

40 g Mehl

1 ½ l Fleischbrühe

Pfeffer, Salz

3 bis 5 Knoblauchzehen (zerdrückt)

 

Zwiebeln in der Butter glasig werden lassen, Mehl zugeben und Zwiebeln goldgelb rösten, mit Fleischbrühe aufgießen, mit Pfeffer und Salz abschmecken, alles kurz durchkochen lassen.

 

Eine besondere „diagnostische" Verwendung dieser Suppe ist aus Sagas überliefert: Dort wird berichtet, dass Kriegern, die Unterleibsverletzungen erlitten hatten, Zwiebelsuppe eingeflößt wurde. Wenn dann der Wunde anschließend Zwiebelgeruch entströmte, wusste man, dass Magen oder Darm ernsthaft verletzt waren und somit jede weitere Hilfe vergebens war.

 

Glasiertes Wurzelgemüse

 

1 Kohlrübe (auch bekannt als Steckrübe)

2-3 Karotten

1 Stange Lauch

Butter

Honig (Menge nach Geschmack)

Salz, Pfeffer

 

Das Gemüse putzen und klein schneiden. In leicht gesalzenem Wasser ca. 5 Min. lang kochen und dann abgießen. Den Lauc! h noch nicht hinzufügen!

Dann das vorgegarte Gemüse in der Pfanne mit etwas Butter dünsten, bis es weich ist.

Kurz vor Ende der Garzeit den Lauch dazu geben und bräunen. Jetzt den Honig unterrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Gemüse ist fertig, wenn der Honig schön gebräunt ist.

Das Wurzelgemüse passt zu Lachs und geschmortem oder gegrilltem Fleisch.

 

Pökelhering gebraten

 

1 kg frischer Hering, ganz

Salz

Butter

Thymian

 

Heringe ausnehmen (oder fertig ausgenomme „grüne Heringe“ kaufen). Die Heringe gründlich Waschen und abtropfen lassen. Dann mit dem Salz bestreuen und gut zwei Stunden durchziehen lassen. Heringe auf Stöckchen spießen und acht Stunden zum Trocknen in die Sonne hängen. (Eher wen! iger, auch Fliegen mögen Fisch!) Nachdem der Fisch gut durchgesalzen und getrocknet ist, von innen und außen mit Thymian einreiben und in der Pfanne mit der Butter goldbraun braten.

Obwohl das Pökeln und Trocknen eigentlich der Konservierung dient, schmeckt der Hering direkt nach dem Trocknen gebraten am besten.

 

Lachs mit Wacholderbutter

 

4 Lachssteaks ca. 2cm dick

50 g Butter

6 Wachholderbeeren (zerdrückt)

1 TL. Salz

50 g Schnittlauch

 

Die Wachholderbeeren, den gehackten Schnittlauch, Salz und Butter miteinander vermengen. Den Lachs trockentupfen und auf einem Grillrost oder in einer Pfanne Goldbraun rösten. Die Wacholderbutter über den Lachssteacks zerlaufen lassen.

Als Beilage eigneen sich glasiertes Wurzelgemüse und Brot,

 

Lachs galt in Skandinavien bis in die Neuzeit hinein als „Armeleuteessen“.

 

Får i kål - Hammel und Kohltopf

 

750 g Schaf- oder Hammelfleisch (gebrüht, gewürfelt)

500 g Zwiebeln (in Scheiben geschnitten)

750 g Weißkohl (gebrüht, in Achtelstücke geschnitten)

Salz

10 Pfefferkörner

10 g Mehl

Wasser

1 EL

Petersilie (fein gehackt)

 

Fleisch, Zwiebeln und Kohl lagenweise in einem Topf schichten, Pfefferkörner jeweils auf das Fleisch, mit Kohl abschließen, mit Salz bestreuen, Topf zu zwei Dritteln mit Wasser füllen, in gut geschlossenem Topf 2 Stunden lang bei mäßiger Hitze schmoren. Aus Mehl und einer halben Tasse Wasser einen Brei anrühren, am Schluss zugeben. Gericht durchschüt! teln und mit Petersilie bestreuen. Dieses bis heute in Norwegen beliebte Gericht schmeckt nach mehrmaligen Aufwärmen am Besten.

 

Får i kål gilt als ausgesprochenes „Wikingerrezept", auch wenn die Behauptung, dass es von dem berühmt-berüchtigten „nordischen Achill" Olav Tryggvasson (um 1000) stamme, wohl nur Legende ist.

 

Wildfleischpfeffer

 

1000 g Rentier-, Elch- oder Hirschfleisch (Keule, in mundgerechte Stücke geschnitten)

150 g geräucherter Speck (gewürfelt)

Salz

1 l Bier

Pfeffer

1 Msp. Nelke (gemahlen)

1 kleine Stange Zimt

50 g Butter

3 EL Mehl

1 Glas Obstschnaps (Apfel, Kirsche, Pflaume)

 

In einer Kasserolle Speck anbraten, Fleisch zugeben, würzen, unter ständi! gem Rühren leicht bräunen lassen, mit Bier aufgießen. Abgedeckt bei guter Hitze im Ofen etwas 1 ½ Stunden lang garen lassen. Butter in einer Pfanne zergehen lassen, Mehl zugeben und bräunen lassen, unter ständigen Rühren dem Wildfleischpfeffer zufügen und alles ein paar Minuten kochen lassen, abschließend Obstschnaps zugeben.

 

Dieses Gericht passt vor allem wegen des Obstschnapses eigentlich nicht ganz in die Wikingerzeit, ist aber typisch für die „feine Küche“ Nordeuropas im Mittelalter.

Typisch auch schon in Wikingertagen ist die Verwendung teurer, von weither importierter, Gewürze, mit denen der Gastgeber seinen Reichtum demonstrieren konnte. Im späten Mittelalter führte das zu wahren Gewürzexzessen, die Speisen auf reichen Gastmalen wurden bis zur Unkenntlichkeit überwürzt - im Kontrast zur weiterhin reizlosen Alltagskost.

 

Grüne Spinatsuppe

 

100g bis 150g frischen, gekochten Spinat oder ungefähr 200g gefrorenen Blattspinat

eine Lauchstange

ein Brühwürfel

eine Prise Pfeffer

eine Prise Ingwer

ein Bund Petersilie

zwei bis drei Eigelb

eine halbe Tasse Sahne

Muskat

 

Den Spinat säubern und waschen bzw. den gefrorenen auftauen. Den Lauch waschen und etwa 10 cm vom weissen Teil der Stange in dünne Streifen schneiden. Spinat, Lauch und Brühwürfel in einem Topf fünf Minuten kochen. Die Petersilie hinzugeben und weitere fünf Minuten kochen. Mit Salz, Pfeffer und Ingwer abschmecken.

 

In einer Suppenschüssel die Eigelb mit der Sahne schaumig schlagen. Die Suppe darauf füllen und dabei schnell rühren. Etwas Muskat darüber streuen und mit Brot servieren.

 

Etwas ansprechender sieht es aus, wenn Sahne und Ei getrennt geschlagen werden und dann in eine Spritzflasche mit enger Öffnung (zum Beispiel eine leere Ketchup Flasche) gegeben werden. Die Suppe auf mehrere Schalen verteilen und mit der Spritzflasche Muster aufspritzen. Mit Muskat garnieren und servieren.

 

Auszug aus:www. germane.ch/06rezepte/germanische_rezepte.htm