Über die Herstellung von Pflanzenheilmitteln

 

In unserer unmittelbaren Umgebung wachsen viele wunderbare und heilkräftige Pflanzen. Es ist nicht unbedingt notwendig, dass wir uns eine Präparat, einen Tee oder ein Elixier aus der Apotheke holen. Mit etwas Hintergrundwissen und etwas Übung ist jeder Mensch in der Lage, sich seine Kräuterapotheke selbst herzustellen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie wir Pflanzen verarbeiten können. Zu den wichtigsten Verarbeitungsmethoden zählen


Trocknung der Kräuter für Tees

 

Frischpflanzensäfte

Alkoholische Auszüge

Pflanzen - Öl - Auszüge

Pflanzen – Essig - Auszüge

Kräutersalz

Pflanzensirup


Teekräuterzubereitung

 

Eine heiße Tasse Tee ist immer etwas Wunderbares. Fast für jede Krankheit gibt es einen Kräutertee, der die Heilung unterstützen kann.

 

Kräutertees selbst herzustellen ist viel einfacher, als man vielleicht denkt. Die gesammelten Pflanzen müssen nur richtig geerntet und getrocknet werden. Dies sollte möglichst behutsam erfolgen, damit die Wirkstoffe erhalten bleiben. Zum Trocknen eigenen sich alle Pflanzenteile, wir können Blüten, Blätter, Stängel und Wurzeln trocknen.

 

Langstielige Pflanzen werden in Bündel gebunden und kopfüber an einem schattigen Platz getrocknet. Kleinere Pflanzenteile werden auf einer saugfähigen Unterlage getrocknet. Beispielweise kann man eine Baumwollwindel über einen Holzrahmen spannen und die Pflanzenteile darauf trocknen. Dabei sollte man die Pflanzen hin und wieder wenden, damit sie von allen Seiten gleichmäßig trocknen können.

 

Frischpflanzensäfte

 

Unter einem Frischpflanzensaft verstehen wir den Saft, den wir erhalten, wenn wir die frische Pflanze entsaften. Wir gebe weder Alkohol noch Zucker dazu, deshalb sind diese Säfte nicht gut haltbar und zum sofortigen Verzehr empfohlen.

 

Frischpflanzensäfte enthalten im Unterschied zum Tee noch alle Vitamine und Mineralstoffe und sind daher sehr heilkräftig und in ihrer Wirkung wesentlich stärker al ein Tee. Die Pflanzen, sollten wirklich so frisch wie möglich verwendet werden, damit alle Wirkstoffe erhalten bleiben. Vor der Verarbeitung müssen die Pflanzen jedoch gründlich gewaschen werden. Um einen Frischpflanzensaft herzustellen brauchen wir große Mengen an Heilpflanzen, da die Saftausbeute relativ gering ist. Ich empfehle daher, nur Pflanzen zu verwende, die sehr häufig vorkommen.

 

Herstellung

 

Am besten eignet sich zur Herstellung ein spezieller Entsafter. Aber auch mit dem Mixstab, oder einem Standmixer kann man die Pflanzen sehr gut entsaften. Ich sammle größere Mengen der Pflanze, die ich verarbeiten will, wasche sie gut und gebe sie dann zusammen mit etwas frischem Quellwasser in meinen kleinen Standmixer. Den gewonnenen Saft noch durch ein Sieb leeren und schon kann ich den Saft schluckweise trinken. Im Kühlschrank kann ich den Saft auch für etwa 2 Tage aufbewahren. Pflanzen, die sich zur Herstellung von Frischpflanzensaft besonders gut eignen Bärlauch, Brennnessel und Löwenzahn.

 

Pflanzenauszüge

 

Mithilfe verschiedener Flüssigkeiten ist es möglich aus einer Pflanze ihre Wirkstoffe heraus zu lösen. In der Sprache der Kräuterkundigen spricht man von Pflanzenauszügen, da die Wirkstoffe „heraus gezogen werden“. Pflanzenauszüge können pur verwendet werden, dienen aber auch als Basis für andere Kräuterheilmittel, wie Salben und Cremen.

 

Alkoholische Pflanzenauszüge - Tinktur

 

Die Pflanzenteile werden im Verhältnis 1:5 in hochprozentigen Alkohol angesetzt. Dazu wird die Pflanze zerkleinert in ein verschließbares Schraubglas gefüllt und mit 70%igem Alkohol übergossen. Diese Mischung lässt man etwa 2 Wochen lang im Dunklen stehen, man sollte sie aber täglich einmal durchschütteln Sonnenpflanzen wie das Johanniskraut sollte man im Sonnenlicht stehen lassen. Nach etwa 2 Wochen darf die Flüssigkeit durch einen Filter oder ein Baumwolltuch abgefiltert werden. Sie wird dann in dunklen Flaschen an einem kühlen Ort aufbewahrt.


Ölauszüge

 

Für einen Ölauszug werden Pflanzenteile im Verhältnis 1:5 in Öl eingelegt und mehrere Wochen stehen gelassen. Besonders geeignet für Ölauszüge sind Pflanzen, die einen hohen Anteil an lipophilen (in Öl löslichen) Stoffen enthalten.

 

Die Zubereitung ist ganz einfach. Die Pflanzenteile werden zerkleinert und in ein Schraubglas gefüllt und mit hochwertigem Pflanzenöl aufgefüllt. Für Speiseöle ist Olivenöl sehr gut geeignet, für Massageöle verwende ich auch gerne Mandelöl. Die Mischung wird mindestens 3 Wochen, besser aber 6 Wochen lange an einem sonnigen Platz stehen gelassen.

 

Danach wird abgefiltert und in einer dunklen Flasche aufbewahrt. Damit das Öl nicht ranzig wird, kann man es im Kühlschrank aufbewahren.


Essigauszüge

 

Auch Essig eignet sich hervorragend, um Pflanzenteile einzulegen, zu konservieren bzw. zu aromatisieren. Wieder wird im Verhältnis 1:5 angesetzt und die Mischung über mehrere Wochen stehen gelassen. Besonders geeignet für die Herstellung von Kräuteressigen sind aromatische Kräuter, wie Rosmarin oder Rosenessig.


Einsalzen von Kräutern

 

Auch Salz ist ein gutes Mittel um Kräuter haltbar zu machen und die Küche in ihrer Vielfalt und ihrem Geschmack zu bereichern. Zur Herstellung von Kräutersalz werden die Kräuter ganz fein geschnitten und lageweise mit Salz in Gläser geschichtet. Man verwendet 5 Teile Kräuter und 1 Teil Salz. Besonders gut zum einsalzen sind Dill, Petersilie, Schnittsellerie, Liebstöckel, Estragon, und Kerbel geeignet.


Kräutersalz

 

Wunderbares Kräutersalz kann man auch aus getrockneten Kräutern herstellen. Dazu vermischt man Meersalz mit den ausgewählten Kräutern, die man im Mörser vorher ganz fein zerkleinert.


Pflanzensirup

 

Bei der Herstellung von Sirup werden die Pflanzen mit Zucker oder Honig haltbar gemacht.

 

Bekannt sind verschiedene Hustensäfte wie der Spitzwegerichsirup, oder der Tannenwipfelsirup. Die frischen Pflanzenteile werden im Mörser zerrieben und mit etwas Wasser 20 Minuten auf kleiner Flamme erwärmt. Danach wird die Flüssigkeit abgeseiht und mit gleicher Menge Zucker gemischt. Die Mischung wird weiter köcheln lassen, bis der Saft eindickt.

Der Sirup ist einige Monate haltbar. Anstatt Zucker kann man den Saft auch mit verflüssigtem Honig zubereiten.


Harzsalbe

 

Eine Harzsalbe ist eine wundervolle Heilsalbe bei Beschwerden am Bewegungsapparat (Rückenschmerzen, Gelenksschmerzen, Nackenschmerzen, Rheuma, ...) aber auch eine wertvolle Hilfe bei Erkältungskrankheiten. Früher wurden Harzsalben auch als heil- und Zugssalben verwendet.

 

Zutaten:

 

50 g Harz von Fichten , Föhren und Kiefern - kann auch nur ein Bau sein

20 g zerstoßene Wacholderbeeren

250 ml Öl

eventuell ätherische Öle von Kiefer, Zeder, Fichtennadel

30 Gramm Bienenwachs


Herstellung

 

Ich gebe das noch weiche Harz in das Öl und erwärme diese Mischung auf maximal 80 Grad. Das Harz löst sich nach und nach auf und so lasse ich dieses Harzölgemisch etwa eine Stunde lang am Ofen ziehen. Dann gebe ich die Wacholderbeeren dazu, die ich zuvor gut gemörsert habe. Noch einmal stelle ich den Topf auf den Herd und erwärme neuerlich. Über nacht lasse ich das Öl abkühlen. Am kommenden Tag wird noch einmal erwärmt. Die Pflanzenteile werden abgesiebt und das Bienenwachs ins warme Öl hinein gegeben, bis es vollständig aufgelöst ist. Die flüssige Salbe sofort abfüllen und eventuell noch mit wenigen Tropfen ätherische Öle anreihcern. Sofort verschließen und abkühlen lassen.


Auszug aus:www.jahreskreis.at/Jahreskreis_Pflanzenheilmittel.htm