Die Buche (andere Namen Bok, Bukke, Faya, Haya, Hetze), leicht kenntlich an der glatten silbergrauen Rinde, hat ihr Hauptverbreitungsgebiet im westlichen Europa bis zur Linie Königsberg-Kaukasus. In der Urzeit war sie wegen ihrer ölhaltigen Früchte (Bucheckern) ein wichtiger Nahrungsbaum. Schon in der vorgeschichtlichen Zeit hat sich die Buche auf Kosten der Eiche weit ausgebreitet. Die Rotbuche darf nicht mit der zu den Birkengewächsen gehörigen Weißbuche/Hainbuche (Carpinus betulus), die etwas gefaltete, am Rande scharf gezähnte Blätter hat und kleiner Samen trägt, verwechselt werden.

 

Der Runenbaum schlecht hin - Buchstaben - das Wort hat sich bis heute

Erhalten. Die Buche ist Thor, Odin und den Nornen heilig. Das Holz wird für Orakel verwendet. Die Sage kennt verschiedene wunderbare Buchen, so Hexenbesen, unter denen die Hexen tanzten und Blutbuchen (botanisch ist darunter die var. purpurea mit rötlichen Blättern zu verstehen). Unter den Zauberbuchen in Unter-Seeland (Kärnten) wurde den Vorübergehenden allerhand Schabernack angetan. Auch in der christlichen Legende spielt oft die B. eine Rolle (Wallfahrtsort, heiliger Baum usw.). In Westfalen ist die Buche der Kleinkinderbaum, aus dem die kleinen Kinder geholt werden. Vielleicht schimmert hier noch die Anschauung von der Buche als einem Fruchtbaum durch.

 

Weit verbreitet ist der Volksglaube, dass die Buchen nicht vom Blitz getroffen werden, und dass man sich daher bei einem Gewitter unter einer Buche unterstellen könne. Es ist übrigens durch die wissenschaftlichen Untersuchungen des Botanikers E. Stahl festgestellt, dass die Buchen (z.B. im Gegensatz zur Eiche) von starken Blitzschäden meist verschont bleiben. Allerdings ist der Spruch Eichen sollst Du weichen, Buchen musst Du suchen, heute nicht zu empfehlen. Ein Buchenblatt mit Runen versehen, einem Menschen oder Vieh eingegeben, heilt allen Schaden und schützt vor Behexung. Kniet man an Weihnachten während der Mitternachtsmesse auf ein neues buchenes Stühlchen, worauf noch niemand kniete, so sieht man die Hexen (so der Volksmund). Hat das Vieh Läuse, so besiebt man es mit gebrannter Zwölften-Buchennasche. Buchenholz, im Neumond gehauen, ist dauerhaft und wird vom Wurm nicht leicht zerfressen) oder die Nachtriebe treiben, wenn es im zunehmenden Mond geschlagen worden, besser und kräftiger aus.

 

In der Volksmedizin wird die Buche nur wenig verwendet. Die hl. Hildegard bringt eine Beschwörung gegen Gelbsucht, in der die Buche eine Rolle spielt. Durch das ungebohrte Loch einer alten Buche bei Fischbach (Pfalz) steckte man rauhliche Kinder, die nicht gedeihen wollten. Ein Absud von dem Holz der Wunderbuche bei Kattenbuch (Weissenburg in Bayern) sollte bei schwangeren Weibern die Geburt eines Knaben, der Absud von dem Holz der Linde aber die eines Mädchens bewirken. Am Mittag des Johannistages tun sich die Bucheckern auf, und wenn es dann regnet, werden die Früchte schlecht. Andrerseits heißt es aber gerade im Gegenteil, dass die Buchenmast gut werde, wenn es am Johannistage regnen werde. Viele Bucheckern im Herbst bedeuten einen folgenden strengen und harten Winter oder ein Mäusejahr, daher der Schweizer Spruch: Vil Buech, vil Fluech. Wenn die Buche bald austreibt, dann gibt es eine frühe Ernte, oder so lang der Buchenwald vor oder nach Georgi (23. April) grün wird, so lang vor oder nach Jakobi (25. Juli) fällt die Ernte. Wenn die Buchen zuerst unten ausschlagen, so steigen die Getreidepreise, grünen sie aber zuerst oben, so sinken die Preise. Will man wissen, wie der kommende Winter wird, so schneide man an Allerheiligen (1. November) einen Span aus einer Buche: Ist er trocken, so gibt es einen trockenen, warmen Winter, ist der Span nass, so folgt ein sehr kalter Winter...

 

Auszug aus: http://www.sagen.at/doku/hda/buche