Die stark verästelten holzigen Stengel sind mit kleinen lineallanzettlichen, sich dachziegelig deckenden Blättchen besetzt. Die glockigen, rosaroten (selten weißen) Blüten sitzen in einseitswendigen Trauben. Das Heidekraut ist überall häufig auf Heiden, in Wäldern, in Hochmooren und bedeckt oft große Flächen. Andere Namen sind Besenheide, Erika, Immer schön, Heidegras, Stahlgras, Urheide, Heidebrannt... Ein Kranz von Heidekraut um den Spiegel gelegt, hält Unglück vom Hause ab. Als besonders glückbringend gilt die "weiße Heide", worunter jedoch auch ein anderes Heidegewächs, nämlich der Sumpfporst (Ledum palustre) gemeint ist sein könnte:

 

»Dost, Harthaw und weiße Heidt

Tun dem Teuffel vil leidt«,

 

heißt ein alter Spruch. Träume treffen ein, wenn man weißblühendes Heidekraut unter das Kopfkissen legt. (das werde ich mal probieren) Wenn das Heidekraut reich blüht oder die Blüten bis zu den Zweigspitzen reichen, kommt ein strenger Winter (besonders in Süd- und Ostdeutschland). Nach dem Blühen des Heidekrauts richtet sich die Wintersaat: Blüht es von unten, so soll zeitige Roggensaat, blüht es in der Mitte die mittlere (um Michaelis), blüht es nach oben, die Saat nach Michaelis die beste sein (Ost- und Westpreußen). Wenn das Heidekraut schön blüht, gibt es eine gute Kornbauzeit. Früher steckte der Kuhhirt auf der Alp, bevor er zum Essen ging, eine Erikastaude (es dürfte sich hier um die Frühlings-Heide, Erica carnea, handeln) neben dem Vieh in die Erde. Dann betete er: »O guter, heiliger Valentin, ich stecke eine Erikastaude, hüte mein Vieh, bis ich geh und bis ich komme; ich will ein Vaterunser beten und dem Vieh ein Kreuz auf den Rücken machen.« Nach der Rückkehr deckte er die Erikastaude mit Erde und betete zum Dank wieder ein Vaterunser. Ansonsten kenne ich die Verwendung als Dachbedeckung, Färberpflanze und für Betten. Heidekraut als Bierzusatz und als Tee. Daneben wird es mit Glücks und Heilzaubern in Verbindung gebracht und für Räucherungen im Bereich Schutz verwendet. Getrocknet als Bastel und Zierpflanze.

 

Diese Textpassage spiegelt sich in den Büchern des Literaturverzeichnisses wider.