Wein

 

Löwenzahnwein

 

2 ½ lt. Löwenzahnblüten (im Messbecher abgemessen), die gleiche Menge Wasser, 1 EL zermahlene Ingwerwurzel, Schale von 1 Orange, dünn abgeschält, Schale von 1 Zitrone, dünn abgeschält, 700 g brauner Zucker, Saft von 1 Zitrone, 1 TL Weinhefe.

 

Man kocht das Wasser ab und lässt es abkühlen. Von jeder Löwenzahnblüte entfernt man Kelch und Stängelansatz, sie enthalten Bitterstoffe. Die abgezupften Blüten füllt man in eine große Porzellanschüssel, gießt das abgekochte und abgekühlte Wasser darüber, bedeckt die Schüssel mit einem Tuch und lässt das Ganze 12 Stunden ziehen. Gelegentlich wird umgerührt. Danach füllt man das Blütenwasser in ein säurefestes großes Kochgefäss und fügt Ingwer, Orangen- und Zitronenschale bei. Die Mischung wird 30 Minuten lang schwach siedend ausgekocht und dann durchgeseiht. Man gießt die Flüssigkeit zurück in das gesäuberte Kochgefäß, fügt Zucker und Zitronensaft bei und lässt den Sud abkühlen. Dann entnimmt man ihm einige Löffel voll, rührt damit die Weinhefe an und gibt sie in den Sud. Man bedeckt das Gefäß mit einem Tuch und stellt es beiseite in einen breiten Untersatz mit Rand; denn jetzt gärt der Wein und manchmal schäumt er dabei über.

 

Nach 2 Tagen ist der Prozess soweit fortgeschritten, dass man den Wein umfüllen kann, aber er gärt noch weiter. Damit die Gase keinen Überdruck erzeugen, darf der neue Behälter nicht fest verschlossen werden. Man füllt den Wein in ein Fässchen, das man mit einem locker gedrehten Wattepfropf verschließt, sonst in einen Dampfdrucktopf, bei dem man das Ventil herausgeschraubt und durch Watte ersetzt hat. Der Gärungsprozess ist beendet, wenn sich keine Gasblasen mehr bilden. Dann verschließt man das Gefäß fest, lässt es 2 Monate lang stehen und zieht dann den Wein auf Flaschen ab. Nach weiteren 6 Monaten kann man ihn trinken. Der goldgelbe Wein, der nach 7 Jahren seine volle Güte erreicht, erinnert etwas an Sherry.

 

Englischer Löwenzahnwein

 

Man pflückt 4 Liter der gelben Röhrenblütchen der Löwenzahnblüten und befreit sie sorgfältig von Ungeziefer. Diese Staubfäden mit 4 ½ Liter abgekochtem, noch heißem Wasser übergießen, tüchtig umrühren, das Gefäß mit einem Tuch zudecken und es drei Tage stehenlassen. Öfter umrühren. Anschließend das Wasser durchseihen und ½ Stunde lang mit der Schale und dem Fruchtfleisch von je einer Zitrone und einer Apfelsine, etwas Ingwer und 1 ¾ kg Zucker kochen. Den Saft auskühlen lassen und auf einer gerösteten Brotschnitte etwas Hefe hineingeben. Nach 1 bis 2 Tagen, wenn die Gärung vorüber ist, füllt man die Flüssigkeit in ein kleines Fass und gießt den Wein 2 Monate später in Flaschen ab.

 

Met

 

2,5 kg Honig (besonders eignet sich Lindenblüten-Honig), 1 Bund Thymian, 1 Bund Zitronenmelisse,1 Bund Rosmarin,10 Gewürznelken, 6 zerstoßene Pimentbeeren, 1 Zimtstange, 1 Stückchen zermahlene Ingwerwurzel, 1Blättchen Muskatblüte, Bier- oder Weinhefe (benötigte Menge je nach Fabrikat auf der Packung angegeben). In 5lt. Wasser kocht man die Kräuter und Gewürze eine Stunde lang aus. Den Sud gießt man durchgeseiht auf den Honig, verrührt alles gut miteinander und lässt es abkühlen. Nun fügt man die Weinhefe nach Packungsvorschrift hinzu und füllt alles zum Angären, wie bei „Löwenzahnwein" beschrieben, um. Sobald sich kein Schaum mehr bildet, lässt man den Met in einem Gefäß mit Austritt für die sich bildenden Gase (siehe "Löwenzahnwein") weitergären. Bilden sich keine Bläschen mehr, wird der Wattepfropfen durch einen Korkverschluss ersetzt und das Gefäß 2 Wochen lang kühl gestellt. Danach wird der Korken durch einen luftdichten Verschluss ersetzt. Nach 6 Monaten kann man den Met auf Flaschen ziehen. Da die eine oder andere Flasche in Gärung geraten und "explodieren" kann, wählt man druckfeste, z. B. Sektflaschenoder sichert die Flaschen durch ein Drahtgeflecht. Die Flaschen werden liegend aufbewahrt. Nach 2 Jahren erst kann der Met getrunken werden, vorher ist er viel zu süß. Trotzdem: etwas Besonderes! Honig mit starkem Eigengeschmack, wie Tannen oder Buchweizenhonig ist für die Metbereitung nicht geeignet.

 

Honigwein (Met)

 

(nach Hl. Hildegard von Bingen)3 kg Honig, 5 lt. Wasser, 1 EL Zimt, Anis oder Fenchel,1 Päckchen Reinzuchthefe. Den Honig in einen großen Topf geben und zusammen mit dem Wasser während kräftigem Durchrühren aufkochen lassen, die Gewürze dazugeben. Die Flüssigkeit mehrmals abschöpfen und abkühlen lassen. Die Hefe mit etwas Flüssigkeit verrühren und unter den Honigsud rühren. Den Sud in einen Ballon gießen und mit dem Gärverschluss(Glasröhrchen) verschließen. Bei Raumtemperatur gären lassen. Nach 14 Tagen den Honigwein durch ein Tuch abseihen (wenn keine Kohlensäure mehr aufsteigt!) und in Flaschen abfüllen. Etwa drei Monate lagern.

 

Engelswein

 

1l Medizinmalaga (Wein) und 1 Handvoll frisch geschnittener Engelwurz-Wurzeln und gehackter Blätter gut mischen und 2 Tage in der Küche stehen lassen. Zwischendurch einige Male gut schütteln und dann filtrieren.

 

Hagebuttenwein

 

Gut ausgereifte Hagebutten von Blüte und Stiel befreien. Dann einige Tage liegen lassen, bis sie teigig werden. Die weichen Früchte durch den Mixer geben und den Brei mit so viel Wasser anrühren, dass er einem dünnen Eierkuchenteigähnelt. Diese Masse einige Tage an einem Ort, dessen Temperatur nicht unter 18 Grad beträgt, stehenlassen, bis sie zu gären beginnt. Dann in einer Most- oder Beerenpresse auspressen und dem ausgepressten Saft auf je 1 ½ Liter ½ bis ¾ kg Zucker zusetzen. Den Wein, der anfangs wie Essig schmeckt, nun in einen Glaskolbenfüllen. An einem nicht unter 18 Grad warmen Ort aufstellen. In den ersten 8 Tagen täglich umrühren, dann bis März oder April gären lassen. Vorsichtig in Flaschen abfüllen, die luftdicht verkorkt und im Keller gelagert werden. Nach ein- oder mehrjähriger Lagerung erhält man einen Wein, der an Farbe und Feinheit dem Aroma des Malaga nicht nachsteht und sich, je älter, immer mehr verfeinert.

 

Holunderwein

 

13 kg gut abgestielte, reife Holunderbeeren, 30g Piment und 60g Ingwer eine Stunde lang in 50 l Wasser kochen. Dann 22 kg Zucker in einen Bottich schütten. Die Flüssigkeit mit dem Holunder durchseihen, allen Saft aus den Beeren pressen und über den Zucker schütten. 125 g Cremortartari (gibt es auf Bestellung in der Apotheke) dazugeben und die Flüssigkeit so 2 Tage stehen lassen. Dann füllt man sie in ein Fass, deckt einen Ziegelstein über das Spundloch und rührt den Wein jeden zweiten Tag einmal um. Wenn die Gärung vollendet ist, 2-3 Liter Franzbranntwein zugießen, das Fass verspunden und nach vier Monaten den Wein auf Flaschen ziehen.

 

Holunder-Sekt

 

Sieben große Dolden Holunderblüten mit 7 l Wasser, 1 kg Zucker, 30 g Zitronensäure und zwei in Scheiben geschnittenen ungespritzten Zitronen ansetzen und 24 Stunden ziehen lassen. Dann kräftig durchrühren und die Flüssigkeit durch ein Sieb in Flaschen füllen (am besten Sektflaschen). Die Flaschen stehend im Keller aufbewahren. Nach 6 Wochen Gärzeit ist der Sekt trinkfertig.

 

Moussierende Holunderlimonade

 

500g Zucker, 4 Liter Wasser, 4 Zitronen, 8 Holunderblüten zusammen in einem Gefäß ansetzen, mit einem Tuchleicht bedecken, etwa 4-5 Tage an die Sonne oder sonst an die Wärme stellen und öfter umrühren. Sobald Bläschenaufsteigen, ist es Zeit, die Limonade durch ein Tuch zu seihen und in Flaschen zu füllen. Die Flaschen verkorken(Sektflaschen) und im kühlen Keller ruhigstellen. Nach etwa 14 Tagen ist die moussierende Limonade fertig.

 

Veilchen-Kir

 

Eine Handvoll Veilchenblüten mit dem Saft von 2 Orangen 2 Std. ziehen lassen und dann abseihen. 2 EL Honigdarin auflösen, Sektgläser zu einem Drittel damit füllen, mit kaltem Sekt aufgießen. Anstelle von Sekt kann man kohlensäurehaltigen Traubensaft verwenden.

 

Veilchenbowle

 

An einem sonnigen, trockenen Tag, kurz vor Mittag, wenn der Tau von der Sonne aufgesogen ist, einen großen Strauß stark duftender Veilchen pflücken und mit einer scharfen Schere die Stiele und die grünen Kelchblätterabschneiden. Die Blüten mit einer Tasse sehr feinem Cognac und einer halben Flasche Wein übergießen und die Flüssigkeit 6-8 Stunden ziehen lassen. Inzwischen so viel klaren Zucker, wie man für nötig hält (etwa 180-200 g), in etwas Weißwein auflösen, mit 2 Flaschen Weißwein und dem durchgeseihten Veilchenextrakt vermischen und die Bowle auf Eis stellen.

 

Waldmeister-Bowle

 

Ein Büschel Waldmeister mit Blüten nach unten in einen Krug hängen, mit 1/2l Weißwein begießen, 1 Std. ziehen lassen, dann Büschel entfernen, einen weiteren ½ Liter Weißwein, ein paar Spritzer Zitronensaft und 1 Flasche gekühlten Sekt hinzugeben. Ohne Alkohol: Waldmeister in Apfel- oder Traubensaft ziehen lassen, Zimt zugeben, mit je 1l eisgekühltem Mineralwasser und Traubensaft aufgießen.

 

Weissdornbowle

 

1 Fl. herber Weißwein, 1 Fl. herber Rotwein, 1 zerteilte Orange, Zucker; Kräuter: Thymian, Borretsch, Minze, Weissdornblüten. Alle Zutaten mischen und dann junge, gut gewaschene Weissdornblüten dazugeben. Zugedeckt24 Stunden stehen lassen. Gut gekühlt servieren.

 

Andere Kräuter in Bowlen: Engelwurzblätter ( verleihen Muskatellergeschmack), Bergamotteblätter und –blüten, Boretschblätter und –blüten, Muskatellersalbeiblätter, Zitronenmelisse- und Zitronenkrautblätter, alle Arten Minzenblätter, Rosmarinblätter, Wiesenknopfblätter.

 

Maitrunk aus Brabant und Flandern

 

Waldmeister, einige junge Erdbeerblätter, Gänseblümchen, etwas Fünffingerkraut (Potentilla), Himbeersprossen, Veilchenblüten, Schafgarbenblättchen und junge Triebe der schwarzen Johannisbeere mit einer Mischung aus Mosel- und Rheinwein übergießen. Dieser Trank soll auch eine sehr heilkräftige Wirkung haben.

 

Bier

 

Nettle beer

 

1 Eimer junge Brennnesselblätter, 3-4 Handvoll Löwenzahn, 3 Handvoll Kletterlabkraut, 1 Ingwerzehe, 2 Tassenbrauner Zucker. Die Kräuter langsam 45 Minuten lang in 8 Liter Wasser kochen. Lauwarm abkühlen lassen. Den Zucker und etwa 30g Brauereihefe hineinrühren. Sieben Stunden warmhalten, dann den Schaum abschöpfen. Einen Teelöffel Weinstein (Kaliumhydrogentartrat) hineinrühren. In Flaschen abfüllen und fest verschließen.

 

Brennnesselbier

 

1 kg junge Brennnesseln, 2 Limonen (oder Zitronen) 4 ½ L Wasser, 450 g brauner Rohrzucker, 25 g Weinstein, 20g Brauhefe. Die sauber verlesenen und gewaschenen Brennnesselblätter in eine Kasserolle geben und mit geriebener Zitronenschale langsam zum Sieden bringen. 15 bis 20 Minuten vorsichtig ziehen lassen. Zucker undWeinstein zufügen und gut umrühren. Dann den Limonensaft zufügen und auch die in wenig Wasser angerührte Hefe unterrühren. Vom Feuer nehmen und gut zugedeckt an einem warmen Ort 3 Tage ruhen lassen. Danach 2Tage kühl stellen. In gut sterilisierte Bierflaschen mit Bügelverschluss abfüllen und 1 bis 2 Wochen kühl lagern. Wenn das Bier klar ist, ausschenken und genießen.

 

Mädesüß-Bier

 

25 g Mädesüßblätter, 25 Blätter von Betonie, 25 g Odermennig, 500 g Zucker. Man lässt die Blätter in 5 lt. Wasser20 Minuten lang kochen, gießt den Sud dann ab und rührt den Zucker darunter. Dann lässt man die Flüssigkeit abkühlen und gibt sie lauwarm in Flaschen. Das so hergestellte Bier gärt ohne weiteren Zusatz. Nach einer Woche kann man es trinken.

 

Schnaps

 

Magenbitter

 

2 TL getrocknetes Tausendgüldenkraut, 1 Prise Wermut, 2 Prisen Kamillenblüten, Schale von 1 unbehandelten Orange, 1l Medizin almalaga mischen und 2 Tage stehen lassen. Dann abseihen.

 

Süßer 'Wermutstropfen'

 

1 Handvoll getrockneter Wermutsspitzen, ein paar getrocknete, rote Rosenblätter, 6 Stangen Zimt, 400g Honig, 1lWeisswein. Alle Zutaten in den Wein geben, verrühren. Bei Zimmertemperatur eine Woche stehen lassen, filtrieren.

 

Löwenzahnwurzellikör

 

500 g Löwenzahnwurzeln, 2 ½ Liter Wasser, 900 g Zucker, 100 g dunkles, ungesüßtes Schokoladenpulver, 2 dl Cognac, 1 l Alkohol (96 Vol.-%). Die Wurzeln des Löwenzahns werden im August gesammelt, gewaschen und in1,5 cm lange Stücke geschnitten. Im Ofen bei 70 bis 80 Grad während etwa 3 Stunden trocknen lassen, dann bei200 Grad rösten und nach dem Abkühlen in der Kaffeemühle mahlen. Wasser und Zucker aufkochen. Die gemahlenen Löwenzahnwurzeln und das Schokoladenpulver einrühren. Nach dem Erkalten Cognac und Alkohol beimischen.8 Tage stehen lassen, durch einen Kaffeefilter absieben und in Flaschen füllen.

 

Wacholdergeist

 

150g Wacholderbeeren, 150g Kümmel, 50g Knoblauch, 100g Rohrzucker, 1l Weinbrand, 1l Wasser. Wasser mit Roh-Rohrzucker aufkochen. Wacholderbeeren, Kümmel und Knoblauch im Mörser zerquetschen, ins Wasser geben, 1 Min. kochen lassen, abseihen und mit Weinbrand aufgießen.

 

Engelwurzlikör

 

30g frische oder getrocknete Angelikawurzel in kleine Stücke schneiden und mit 5g Nelken, 5g Kardamon und 10gZimt in eine Glasflasche geben und 1 ½ Liter guten Franzbranntwein darüber gießen. Den Likör an einem warmen Ort vier Wochen ziehen lassen, mit 250 g Zucker, der in ½ Liter Wasser geläutert wurde, versüßen, filtrieren und in Flaschen füllen.

 

Kalmuslikör

 

125 g getrockneter, fein zerschnittener Kalmus und 36 g zerschnittene Angelikawurzel nach Belieben auch etwas bittere Pomeranzenschale mit 2 ½ Liter feinem Branntwein in einer gut verkorkten, großen Flasche oder einem Steinkrug drei bis vier Wochen an einem ziemlich warmen Ort stehen lassen, 1 kg Zucker in 1 ½ Liter Wasser läutern und mit dem Branntwein vermischen. Den Likör filtrieren und in Flaschen füllen. (Kalmus sind seltene Pflanzen. Wurzeln in der Apotheke kaufen)

 

Englischer Hopfenlikör

 

Eine weithalsige Flasche mit reifen, getrockneten Hopfenfruchtzapfen füllen, welche etwas zusammengeschüttelt, aber nicht fest eingedrückt werden dürfen. Den Hopfen mit Sherry übergießen und vier Wochen ziehen lassen. Nach dieser Zeit durchseihen, mit einem dünnen Zuckersirup aus 200 g Zucker, der in ¼ Liter Wasser geläutert wurde, vermischen, alles nochmals durchseihen und den Likör in gut verkorkte Flaschen füllen.

 

Vogelbeerlikör oder russischer Vogelbeernalifka

 

Für diesen in Russland beliebten Likör sammelt man die Vogelbeeren nach den ersten Herbstfrösten. Die gut verlesenen Beeren in große Glasflaschen geben und mit feinem doppelt rektifiziertem Branntwein übergießen. Die gut verkorkten Flaschen 2-3 Monate in die Sonne oder in ein ziemlich warmes Zimmer stellen, bis die Beeren völlig entfärbt sind. Den Branntwein dann durch einen Flanellbeutel seihen. Auf jeden Liter davon ½ kg Zucker läutern und den Zuckersirup gut mit dem Branntwein vermischen. Den Likör nochmals filtrieren, in Flaschen füllen und ihn einige Zeit lagern, bevor man ihn trinkt.

 

Herzstärkungs-Likör

 

2oo g frische Weissdornbeeren zerquetscht in eine Flasche füllen, je nach Belieben mit 2 El Sucanat (Vollrohrzucker)süßen und mit 0,7 l Malaga (oder Apfelschnaps) auffüllen. Jeden Tag Flasche gut schütteln. Frühestens nach 3 Wochen ab filtrieren.

 

Hagebuttenlikör

 

2 Pfund Hagebutten, die schon einen leichten Frost bekommen haben, zerdrücken und mit 1 ½-2 Liter Weingeistoder Kirschwasser 8 Tage im Glasballon gut verkorkt warmstellen und dann ab filtrieren. Zusatz: 1 - 1 1/2 PfundZucker, die in ¾ bis 1 Liter Wasser aufgekocht werden.

 

Holunder-Hagebuttenlikör

 

25 g gewaschene Holunderdolden, 1 kg Zucker, 1,7 l Wasser, 50 g Weinstein, 1 Zitrone, 4 Orangen (in Stücken).Die Zutaten in einen großen Topf geben und von Zeit zu Zeit innerhalb 24 Stunden umrühren. Durchseihen und in sterilisierte Flaschen füllen. Von Zeit abschmecken, gegebenenfalls verdünnen.

 

Englischer Holunderbrandy

 

Völlig reife Beeren von den Stielen pflücken, auspressen und den Saft durch mehrere übereinandergelegt Haartücher seihen. Darauf mit Zucker und einigen Gewürznelken aufkochen, nach dem Erkalten mit Malz-Branntweinversetzen (auf je 20 Liter Saft rechnet man 2 Liter Branntwein) und in einem Fässchen im Keller aufbewahren.

 

Schlehen-Gin

 

225 g Schlehdornfrüchte, 50 g Zucker, 6 ungeschälte Mandeln, 570 ml Gin. Die Schlehdornfrüchte mit dem ersten Frost sammeln und gründlich waschen. Die Früchte mit einer Gabel anstechen und in eine 1l Flasche füllen, bis sie etwa 1/3 gefüllt ist. Den Zucker mit einem Trichter einfüllen und die Mandeln zugeben. Mit Gin aufgießen. Die Flaschen so lange täglich schütteln, bis sich der Zucker gelöst hat. Drei Monate stehen lassen, dann abgießen und in anderen Flaschen ein Jahr lagern. Die mit Gin vollgesogenen Früchte sind zum Wegwerfen viel zu schade. Sie können zur Zubereitung von Schlehen-Sherry, Schlehen-Brandy oder Schlehen-Schokolade weiterverwendet werden.

 

Schlehen-Sherry

 

175 g Gin-Schlehen, 75 g Zucker, 450 ml trockener Sherry. Die mit Gin vollgesogenen Schlehenfrüchte in eine Flasche füllen und den Zucker zugeben. Den Sherry einfüllen und die Flasche täglich so lange schütteln, bis sich der Zucker gelöst hat. Nach etwa einer Woche Lagerzeit ist der Sherry fertig zum Genuss.

 

Schlehen-Brandy

 

Statt Sherry Brandy verwenden.

 

Zwetschgen-Wodka

 

Zwetschgen verlesen und sorgfältig waschen. Den Zwetschgen-Wodka genauso ansetzen wie den Schlehen-Gin. Allerdings die Mandeln weglassen und Gin durch Wodka ersetzen. Nach sechs Monaten ist das Getränk soweit. Selbst Brombeer-Wodka kann auf diese Weise hergestellt werden. Nach einem Monat gießt man den Wodka ab –er hat jetzt eine tiefrote Farbe.

 

Long-Drinks

 

Joghurt-Drink mit Engelwurz und Minze

 

450 ml Joghurt, 225 ml Mineralwasser, 1 mittelgroßes Engelwurzblatt, 4 mittelgroße Süssdoldenblätter,1 TL Minzensirup. Alle Zutaten im Mixer pürieren. Getränk in Gläser füllen, jedes mit Minzenzweig schmücken, kalt servieren.

 

Minzenjuleps

 

150 ml Wasser, 4 EL gehackte Minzenblätter, 2 EL Zucker, Saft von 1 Zitrone, 275 ml Sprudel, 100 ml Whisky, Minzenzweige. Wasser sieden, über Minze gießen, Zucker verrühren, bis er aufgelöst ist, erkalten lassen. Zitronensaftdazu, dann abseihen. Sprudel und Whisky unmittelbar vor dem Servieren hinzugeben. Jedes Glas mit einem Minzenzweig verzieren.

 

Freundschaftsbecher

 

2 Zitronen, 6 Zweige Zitronenmelisse, 6 Zweige und Blüten von Boretsch oder gemeinem Natternkopf, 110 g Zucker,8oo ml Wasser, ½ Flasche Dessertwein, 150 ml Cognac, 1 Flasche Champagner oder moussierender Weißwein. Garnitur: in Eiswürfel eingefrorene Boretschblätter. Die äußere Schale einer Zitrone abschälen, Zitronenschälen und dünn schneiden. Zitronenmelisse, Boretsch, Zitronenscheiben, Zitronenschalenstreifchen und Zucker in ein Glas geben. Wasser, Wein und Cognac hinein geben. Zudecken. 1 Stunde kalt stellen. Champagnerkalt stellen, unmittelbar vor dem Servieren dazu gießen. Mit Boretschblüten-Eiswürfeln garnieren.

 

Altüberliefertes russisches Göttergetränk

 

2 Beifusszweige, 2 Esslöffel Honig, eine Handvoll Heidelbeeren oder eine Tasse Heidelbeersaft, 1 Liter Wasser. Die Beifusszweige ins kochende Wasser tauchen. Abkühlen lassen. Den Honig hineinrühren und die Heidelbeeren dazugeben.

 

Russisches Vogelmierengetränk

 

1 Bündel frische Vogelmiere, 100 g Meerrettich, 2 Liter Wasser, 60 g Zucker. Vogelmieren und Meerrettich im Mixerzerkleinern, mit Wasser übergießen, 3-4 Std. ziehen lassen. Abseihen und mit Zucker süßen. Kalt servieren.

 

Heiße Getränke

 

Malinverno-Punsch

 

½ kg Zucker in 1 Liter Wasser läutern. ½ kg reife, abgestielte Berberitzen mit einem Holzlöffel zerquetschen und indem Zuckerwasser aufkochen. Eine Flasche Rotwein zugießen, alles durch ein Sieb streichen, mit einer Flasche Rum und etwas Himbeersaft auffüllen und den Punsch heiß oder kalt servieren.

 

Glühwein mit Salbei

 

(ungarisches Rezept)½ Flasche Rotwein, 2 EL Salbeiblätter, zerzupft, ein wenig Zitronenschale, 2-3 EL Zucker, 1 Zimtstängel, in Stückegebrochen, Saft einer Zitrone. Den Wein zusammen mit Salbei, Zitronenschale, Zucker und Zimt sanft aufkochen, dann vom Feuer nehmen, den Zitronensaft einrühren.

 

Löwenzahnkaffee

 

Zerkleinerte Löwenzahnwurzeln im Backofen rösten bis sie ganz hart sind (etwa eine Stunde). In einer Kaffeemühle mahlen oder in einem Mörser zerdrücken. Sieben Löffel 'Kaffee'-Mehl mit einem Liter Wasser aufgießen. Für diese Art Kaffeeherstellung eignen sich auch die Wurzeln der Wegwarte, des Bocksbarts, der wilden Möhre und der Quecke.

 

Marokkanischer Minzentee

 

1 ½ EL Grüntee, 1 Handvoll Minze, 150 g Zucker, ¾ l siedendes Wasser. Den Grüntee in den Krug geben und ein wenig siedendes Wasser dazu gießen, schwenken und wieder ausgießen, die Blätter darin lassen. Damit werdendem Tee der Staub und ein Teil der Bitterkeit genommen. Minze und Zucker in den Krug geben und mit siedendem Wasser übergießen. Rund 5 Minuten ziehen lassen. Aufpassen, dass die Minze immer von Wasser bedeckt ist, sonst entsteht ein unangenehmer Geschmack. Zum Servieren in kleine Gläser gießen und allenfalls zusätzlichen Zucker (in Würfeln) dazu reichen.

 

Sirup

 

Feiner Veilchensirup vom 'Chrüter-Oski':

 

Zutaten für 4l Sirup: 1 Liter Maß frische wohlriechende Veilchenblüten, 3l Wasser, 2 kg Zucker, 3 Zitronen, 60gZitronensäure. Wasser und Zucker in einem Topf verrühren, aufkochen und abkühlen lassen. Blüten, in Scheibengeschnittene Zitronen und Zitronensäure mit Zuckerwasser gut vermischen. 5 Tage an einem kühlen Ort zugedeckt stehenlassen. Abseihen, in Flaschen abfüllen, verkorken. Kühl aufbewahrt, ist der Sirup bis zu einem Jahr haltbar. Ein paar Tropfen davon im letzten Augenblick unter den Schlagrahm rühren und mit Erdbeeren servieren, oder ein paar Tropfen unter eine Creme mischen, oder ein Glas Champagner damit parfümieren.

 

Kräuter- und Früchtesirups sind ein bequemer Weg, saisonbedingte Ernten das ganze Jahr zur Verfügung zu haben. Man verdünnt sie für Getränke, gießt sie über Eiscreme oder Pudding und macht damit Gelees oder Sorbets. Grundrezept am Beispiel 'Minze': Blätter im Topf, knapp mit Wasser bedeckt, 30 Minuten simmern. 1 Stundedurch Seihtuch abseihen. Zu je 570 ml Flüssigkeit 350 g Zucker geben. 15 Minuten simmern. In Flaschen füllen, beschriften und datieren oder in handlichen Portionen einfrieren. (Zitronenkraut, Rosenblätter, Holunderblüten, Hagebutten und alle weichen Früchte sind auch geeignet für dieses Rezept).

 

Auszug aus: „Rezepte mit Wildkräutern“, Naturama Aargau, Umweltbildung

 

 

Die Rezepte wurden aus folgenden Quellen zusammengestellt:

 

-Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor- Eine Entdeckungsreise zum geheimen Wesen der Pflanzen, Storl, W.-D., Aarau, AT-Verlag, 1996

-Wildsalate, Wildgemüse- Gesundes aus dem Garten der Natur, Quinche, R., Bossard E. Thun Ott Verlag, 1980

-Die Jahreszeiten-Küche: Salate und Kräuter- Aktion Gesünder Essen, Erklärung von Bern: Unionsverlag,1990

-Wildpflanzen für die Küche- Botanik, Sammeltipps und Rezepte, Couplan F., Aarau, AT-Verlag, 1997

-Sommer-Herbst-Winter- in der Küche, Marty, O.- Ein Poet am Herd, Bern: Hallwag, 1997

-Klassische Kräuterküche, Norman, J., Aarau, AT-Verlag, 1997

-Rucola, Bärlauch, Löwenzahn. Die besten Rezepte, Messerli K., Aarau, AT-Verlag, 1998

-Hecken. Lebensadern der Landschaft, Streeter D., Richardson R., Dreyer, W. München, dtv, 1988

-Kräuterkochbuch. Gesammelte Kräuterrezepte zum Anlass des Heilkräuterkund, Hofmann H., Tienzner W., Seminars, Bruneck, 1995.

-Feld- Wald- und Wiesenkochbuch. Erkennen, Sammeln, Zubereiten und Einkochen von Wildgemüsen und Wildfrüchten. München, Helm, E. M., Heyne, 1982

-Wildgemüse: Mehr, als eine gesunde Alternative, Niklas J., Stuttgart, Thieme Verlag, 1999

-A. Vogel's Heil- und Küchenkräuter, Schindler I. , Teufen Verlag A. Vogel, 1998

-Kinderwerkstatt Zauberkräuter. Mit Kindern die Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen entdecken, Frommherz A.; Günter-Biedermann E., Aarau, AT Verlag, 1997.

-A. Vogel's Heil- und Küchenkräuter. Mit 52 Pflanzenporträts und über 250 treffsicheren Rezepten für Gesundheit, Schönheit, und Genuss, Schindler I. Teufen, Verlag A. Vogel, 1998.

-Natürlich gesund mit Heilpflanzen, Vonarburg, B., Aarau: AT Verlag, 1988

-Nutze die heilkräftigen Pflanzen, Schneider E., Hamburg, Saatkorn-Verlag, 1991

-Das grosse Buch der Kräuter. Ein praktischer Führer für den Anbau und die Pflege und Verwendung von Kräutern, Bremness L., Aarau: AT Verlag, 1988.