Um die Zeitenwende entstanden in Deutschen Landen die ersten Baulichkeiten aus Stein und mineralischen Baustoffen. Sie dienten den Herrschergeschlechtern als Wohnsitz und Verteidigungsbastionen. Sie waren aber auch Repräsentationsobjekte für Macht und Reichtum. Zuerst entstanden Verteidigungsanlagen und Burgen sowie Kultstätten, später Klöster und Kirchen. Die Baumeister jener Zeit hatten noch wenig Erfahrung mit den neuen Baustoffen. Wen wundert es da, dass von den Baulichkeiten dieser Zeit wenig erhalten geblieben ist. Was nicht dem Zahn der Zeit zum Opfer fiel, wurde durch Kriege zerstört. Es war Ideologie der Sieger, dass die Baulichkeiten der Verlierer zerstört werden mussten. Leider zog sich diese Ideologie über viele Jahrhunderte hin, bis die Erkenntnis Oberhand gewann, die eroberten Baulichkeiten für eigene Zwecke zu nutzen. Was für die Deutschen Lande gilt, trifft auch für die Harzregion zu. Bei zahlreichen Harzburgen wurde inzwischen durch archäologische Grabungen nachgewiesen, dass ihr Grund mehrmals überbaut wurde.

 

Da es zu dieser Zeit in unseren heimischen Gefilden noch nicht üblich war, geschichtliche Ereignisse für die Nachwelt zu dokumentieren, liegen von dieser Zeit keine Zeugnisse vor, die für die Wissenschaft von aussagefähiger Bedeutung sind. Dies ist auch der Grund dafür, dass fast grundsätzlich angenommen wird, unsere "Zivilisation" habe sich erst ab dem 5.-6. Jahrhundert, also dem frühen Mittelalter, entwickelt.

 

Die Geschichte unserer Harzburgen kann unter ganz verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden. Wer als Tourist oder Wanderer an einem schönen Herbsttag von der Ruine einer alten Burganlage in die Ferne schaut, der wird sich zurückversetzt fühlen in die Tage der ritterlichen Herrschaft, in die Zeit von Jagden und Turnieren, kriegerischen Fehden und Raubrittertum. Der Heimatverbundene oder der gewissenhafte Heimatforscher dagegen wird seine Erkenntnisse aus alten Chroniken, Urkunden, antiquarischer Literatur und neuen wissenschaftlichen Forschungen gewinnen. Endlich kann man aber die Geschichte unserer Harzburgen sowie unserer Heimat auch von einer höheren Warte aus betrachten. Dabei spielt die Struktur des Geländes, die Lage des Harzes und sein Rohstoffreichtum eine entscheidende Rolle. Man kann dabei die Frage aufwerfen, welche Rolle die Burgen und Schlösser des Harzes, in ihrer Gesamtheit betrachtet, in der Geschichte spielten, wie sie auf die einzelnen Epochen unserer Vergangenheit bestimmend und prägend eingewirkt haben. Letzterem Denkansatz sollen sich die folgenden Betrachtungsweisen widmen. "Weit durch das Sachsenland erstreckt sich der Rücken des Harzes, größere Gebirge wohl gibt's, doch keins, das reicher an Wäldern, reicher an Wild und reicher an Städten und fruchtbaren Dörfern. Hartwald heißt er, weil Alles gar hart ist, was er erzeugt. Hart sind seine Bewohner und wenn sie lodern im Zorne, fürchten sie weder Schwert noch Tod." So schrieb ein altes lateinisches Gedicht "Die Herlingsberga" von Heinrich von Rossla im 13. Jahrhundert über den Harz und versuchte gleichzeitig seinen Namen abzuleiten.

 

Diese Textpassage spiegelt sich in den Büchern des Literaturverzeichnisses wieder.