Der Brocken ist mit 1142 m der höchste Berg Norddeutschlands. Berühmtheit erlangte der Brocken durch Gespenster, Hexen und die Walpurgisnacht. Berühmt und legendär durch seine vielen Sagen, Fabelwesen, Hexen und Gespenster ragt der Brocken im Harz 1142 m in die Höhe. Damit ist der Brocken nicht nur der höchste Berg des Harzes, sondern auch der höchste Gipfel in ganz Norddeutschland.

 

Das Brockengespenst

 

Viele Fabelwesen, Hexen und der Teufel persönlich spiegeln sich in den Sagen und Schauergeschichten rund um den Brocken im Harz. Aber es gibt ein Ereignis, das real ist und immer wieder beobachtet wird. Und zwar das Brockengespenst. Das Brockengespenst ist ein Naturereignis, das durch einen optischen Effekt ausgelöst wird. Dichter Nebel und schräg einfallendes Licht sind die Verursacher dieses Naturschauspiels. Besucher können kurz vor Sonnenuntergang beobachten, wie der Schatten eines Menschen oder Gegenstandes auf eine Nebelwand geworfen wird. Die Person selbst oder der Gegenstand verändert ihre Position nicht, aber der Schatten auf diesem Nebel bewegt sich durch verschiedene Luftströmungen innerhalb dieser Nebelbank. Dadurch bewegt sich der Schatten und entwickelt ein Eigenleben, das Brockengespenst. Der Sage nach hat das Brockengespenst die Aufgabe, Besucher vom Brocken fernzuhalten.

 

Teufelskanzel und Hexenaltar

 

Auf dem höchsten Berg des Harzes, dem Brocken, hebt sich eine Gruppe von Granitfelsen von der Landschaft auf dem Brocken ab bekannt unter dem Namen Teufelskanzel und Hexenaltar. Um die Teufelskanzel und dem Teufelsaltar ranken sich zwei Sagen. Die erste Sage stammt aus dem 14. Jahrhundert und handelt von den Ritualen der heidnischen Sachsen, die nicht bereit waren zum Christentum überzutreten. Eine andere Sage aus dem 16. Jahrhundert erzählt die Geschichte von Hexen und dem Ursprung der Walpurgisnacht.

 

Der Brocken und die heidnischen Rituale

 

Den Überlieferungen aus dem 14. Jahrhundert zufolge trafen sich zu nächtlicher Stunde die heidnischen Sachsen auf dem Brocken, um hier ihre heidnischen Rituale abzuhalten. Karl der Große ordnete daraufhin die Zwangschristanisierung an, vertrieb die Sachsen von ihrem Kultplatz und ließ auf dem Brocken Wachen aufstellen. Die Sachsen versuchten den Brocken zurückzuerobern, indem sie sich wild kleideten und schreiend die Wachleute in Angst und Schrecken versetzten.

 

Der Hexentanzplatz und die Walpurgisnacht

 

Zwar wurde bereits im 14. Jahrhundert der Brocken erstmalig auch als Hexentanzplatz erwähnt. Aber erst im 16. Jahrhundert schließlich wurde aus dem Brocken der Blocksberg und damit zu einem klassischen Hexentanzplatz. Auf diesem Hexenplatz feiern die Hexen mit Satan im Advent, zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten rauschende Feste. Aber ganz frenetisch und euphorisch wird die Nacht vom 30. April zum 01. Mai, die Walpurgisnacht, gefeiert.

 

Der Blocksberg und der Hexenglauben

 

Der Blocksberg, auch Hexentanzplatz genannt, ist im Hexenglauben nur ein Name, der nicht geografisch fest fixiert ist. Blocksberg werden alle Orte bezeichnet, an denen die Hexen ihre nächtlichen Rituale durchführen und Feste feiern. In Deutschland hat jede Landschaft ihren eigenen Blocksberg. Der Brocken im Harz ist nur einer von insgesamt 1100 Hexenplätzen.

 

Auszug aus:Der schwarze Führer, Deutschland, Eulen Verlag, 2002