Harz Geschichte

 

Viele Funde im Harz, wie beispielsweise die Bronzekeule von Thale, die bei der Roßtrappe gefunden wurde, könnten auf eine frühe kultische Nutzung des Harzes hinweisen. Bei Ührde wurden steinzeitliche Siedlungsspuren entdeckt. Archäologische Untersuchungen belegen auch einen frühen Bergbau im Harz, der sich sicher bis in das 3. Jahrhundert n. Chr. datieren lässt, aber wohl deutlich älter ist und schon in der Bronzezeit begann.

 

Der Harzgau selbst wird zuerst in einer Urkunde des Kaisers Ludwig des Frommen aus dem Jahre 814, in der hochdeutschen Form Hartingowe, genannt. Nach den Jahrbüchern von Fulda zum Jahre 852 wurde der Harzgau von den Haruden bewohnt und nach ihnen der Harudengau (Harudorum pagus) genannt. Harud, woraus Hard, Hart, Harz wurde, bedeutet Wald, Waldgebirge, und die Haruden sind die An- oder Bewohner des Harud. Jüngeren Ursprungs sind die Siedlungen mit der Namensgebung –rode, die erst seit der Mitte des 9. Jahrhunderts im Harzgau nachweisbar sind. Woher die Gründer dieser Orte kamen, ist unbekannt.

 

Haruder oder Haruden (auch Harother, Charuder; lateinisch: Harudes) war der Name eines germanischen Stammes bzw. mehrerer germanischer Stämme. Gebräuchlicher ist heute die Mehrzahl Haruden.

 

Die Haruden werden erstmals von dem römischen Feldherrn und Autor Julius Caesar in De Bello Gallico genannt, seinem Bericht über seine Kriege in Gallien. Um das Jahr 70 v. Chr. waren unter Führung des germanischen Fürst Ariovist auf der Suche nach neuem Siedlungsgebiet verschiedene Volksstämme ins Gebiet der Gallier eingedrungen. Die unter dem Protektorat des Römischen Reich stehenden Gallier baten, so Caesar, Rom um Hilfe. Caesar nennt die Haruden dann unter den sieben Stämmen, die er in einer Schlacht am Rhein im Jahr 51 v.Chr. besiegte. Wo die Haruden damals angesiedelt waren ist nicht bekannt.

 

6 n. Chr. zahlten die Charuder Tribut an die Römer bei ihrer von Tiberius angeführten Expedition ins Skagerrak. Dieselben Charuder werden von Ptolemäus um 150 n. Chr. im nördlichen Teil der jütischen Halbinsel lokalisiert, wo der Landschaftsname Hardsyssel (entspricht etwa dem heutigen Ringkjobing - Amt) auf sie zurückgeht.

 

Karl der Große erklärte den Harz zum Reichsbannwald. Der Sachsenspiegel, das älteste deutsche Rechtsbuch, um 1220/30 wohl auf der Burg Falkensteinim Selketal verfasst, schrieb den Reichsbann später fest: Wer durch den Harzwald ritt, der hatte Bogen und Armbrust zu entspannen und die Hunde anzuleinen – nur gekrönte Häupter durften hier jagen. Der Sachsenspiegel des Eike von Repgow, nach dem über Jahrhunderte deutsches Recht gesprochen wurde, bezeichnet den Harz als Stätte, wo den wilden Tieren Schutz in des Königs Bannforsten gewährt wird; zu den drei beschriebenen Bannforsten im Lande der Sachsen hatte daher nicht jedermann freien Zutritt.

 

Für ewig hielt dieser Bann allerdings nicht. Bergbau, Hüttenindustrie, Wasserwirtschaft, zunehmende Besiedlung, Rodungen, Vieheintrieb, Landwirtschaft und später der Fremdenverkehr untergruben den kaiserlichen Schutz.

 

Bereits 1224 erwarben die 1129 in Walkenried eingezogenen Mönche umfangreichen Waldbesitz im Westharz, um das ihnen 1157 von Friedrich Barbarossa zugesprochene Viertel der Rammelsberger Erzausbeute wirtschaftlich zu sichern. Man kann daher bereits zu dieser Zeit von einer Holzverknappung ausgehen. Vom 12. bis zum Ende des 14. Jahrhunderts waren Teile des Harzes wirtschaftlich vom Zisterzienserkloster Walkenried geprägt. Neben Ackerbau und Fischzucht wurde von dort aus auch der Silberbergbau im Oberharz und in Goslar gesteuert.

 

Mitte des 14. Jahrhunderts wurden infolge der Mittelalterlichen Pest die Siedlungen im Harz weitgehend entvölkert. Eine organisierte Wiederbesiedlung der Bergbauorte im Oberharz erfolgte erst wieder Anfang/Mitte des 16. Jahrhunderts.

 

Auszug aus: www.wikipedia.org/wiki/Harz_(Mittelgebirge) und wikipedia.org/wiki/Haruden