Der Harz - ein Mythos

 

Manche Gebiete haben ihre Sagen, andere eine besondere Figur wie Rübezahl oder Münchhausen und bestimmte Orte sind einfach nur schön anzuschauen – der Harz vereint alles.

 

Die Patina mehrerer geschichtsträchtiger Jahrhunderte bedeckt den Harz. Eine Region, die Bühne der Weltgeschichte war und deren Ereignisse sich in den Sagen widerspiegeln. Ab und zu mussten jedoch für eine Deutung Unerklärlichem auffällig große Harzer herangezogen werden. Wo man noch heute die alten Kaiser findet, welche Riesen namentlich bekannt sind, ob die alten Bischöfe Wasser predigten aber Wein tranken und wie heidnisch der Harz wirklich noch ist.

 

Elfen, Feen und alte Götter

 

Ein schlafender Barbarossa am Kyffhäuser, Regensteiner Raubgrafen und fliegende Hexen am Brocken sollte jeder kennen. Doch unser Augenmerk liegt auf die Geschichte der Questenfeste, der Teufelsmauer, Quellen, Höhlen und Menhiren - den mythischen Orte älterer Zeiten.

 

Der Hexentanz zum Beispiel ist als Sage vermutlich auf die Bekehrung - und Eroberungszüge Karl des Großen gegen die Sachsen zurückzuführen. Diese wehrten sich viele Jahrzehnte lang. Noch als sie sich offiziell zum Christentum bekannten, verehrten sie ihre alten Götter. Dazu flüchteten sie in unzugängliche Wälder des Harzes. Zwar ließ Karl das Gebirge durch Wachen besetzen, doch die Sachsen verkleideten sich mit furchterregenden Masken und verschafften sich mit Gabeln und Forken Zugang zu ihren heiligen Plätzen, deren Opferplätze häufig noch mit Besen vom Schnee befreit werden mussten. So vermischte sich das Gesehene mit der Ansicht, dass Götzendienst gleich Teufelsdienst ist. Die Wiederkehr des Grüns wurde bei den Sachsen mit Opferfeiern und einem Fest zu Ehren der Frühlingsgöttin - in manchen Quellen wird sie Ostera genannt - zu ungefähr dem Datum der Walpurgisnacht gefeiert.

 

Auszug aus: Der Harz– ein Mythos, Mythen und Sagen im Harz, Harzer Tourismusverband 2011