Karl der Große erklärte den Harz zum Reichsbannwald. Der Sachsenspiegel, das älteste deutsche Rechtsbuch, um 1220/30 wohl auf der Burg Falkenstein im Selketal verfasst, schrieb den Reichsbann später fest: Wer durch den Harzwald ritt, der hatte Bogen und Armbrust zu entspannen und die Hunde anzuleinen – nur gekrönte Häupter durften hier jagen. Der Sachsenspiegel des Eike von Repgow, nach dem über Jahrhunderte deutsches Recht gesprochen wurde, bezeichnet den Harz als Stätte, wo den wilden Tieren Schutz in des Königs Bannforsten gewährt wird; zu den drei beschriebenen Bannforsten im Lande der Sachsen hatte daher nicht jedermann freien Zutritt.

 

Für ewig hielt dieser Bann allerdings nicht. Bergbau, Hüttenindustrie, Wasserwirtschaft, zunehmende Besiedlung, Rodungen, Vieheintrieb, Landwirtschaft und später der Fremdenverkehr untergruben den kaiserlichen Schutz.

Bereits 1224 erwarben die 1129 in Walkenried eingezogenen Mönche umfangreichen Waldbesitz im Westharz, um das ihnen 1157 von Friedrich Barbarossa zugesprochene Viertel der Rammelsberger Erzausbeute wirtschaftlich zu sichern. Man kann daher bereits zu dieser Zeit von einer Holzverknappung ausgehen. Vom 12. bis zum Ende des 14. Jahrhunderts waren große Teile des Harzes wirtschaftlich vom Zisterzienserkloster Walkenried geprägt. Neben Ackerbau und Fischzucht wurde von dort aus auch der Silberbergbau im Oberharz und in Goslar gesteuert.

 

Mitte des 14. Jahrhunderts wurden infolge der Mittelalterlichen Pest die Siedlungen im Harz weitgehend entvölkert. Eine organisierte Wiederbesiedlung der Bergbauorte im Oberharz erfolgte erst wieder Anfang/Mitte des 16. Jahrhunderts.

1412–1413 tobte der Fleglerkrieg im Südharz, in dem Teile der Grafschaft

Hohnstein verwüstet wurden.

 

Historischer Bergbau

 

Der Bergbau im Harz begann vor 3000 Jahren in der Bronzezeit. Dem Oberharzer Bergbau und dem Hüttenwesen verdanken die sieben Oberharzer Bergstädte (Clausthal, Zellerfeld, Bad Grund, Sankt Andreasberg, Lautenthal, Altenau und Wildemann) und rund 30 weitere Ortschaften im Harzinnern und am Harzrand ihre Blüte. Auch die ehemalige Reichsstadt Goslar, deren Glanz von den Erzschätzen des Rammelsberges abhing, förderte über mehrere Jahrhunderte silberhaltige Bleierze. Der Bergbau bestimmte maßgeblich das Harzer Wirtschaftsleben und sein Landschaftsbild. Die Bergleute schufen das berühmte technische System der Oberharzer Wasserwirtschaft, das Oberharzer Wasserregal, von dem noch 70 km Wassergräben und 68 Stauteiche (mit 8 Millionen Kubikmeter Inhalt) genutzt werden. Ohne deren Energieleistung hätte der Silberbergbau niemals seine hohe wirtschaftliche Bedeutung erlangen können. Der Bergbau im Unterharz gilt als der älteste Abbau von Bodenschätzen im Harz. Auf Grund der geringeren Vorkommen und der langen territorialen Zersplitterung sowie der teils gegen den Bergbau gerichteten Interessen der stolbergischen Fürsten erlangte der Bergbau nicht die gleiche Bedeutung wie im Oberharz. Der Bergbau konzentrierte sich dabei vor allen auf Elbingerode, Straßberg, Neudorf und Silberhütte. Dennoch prägte der Erz- und Flußspatabbau nachhaltig die Landschaft im gesamten Unterharz.

 

Im östlichen Harzvorland (Mansfelder Land und Sangerhäuser Mulde) wurde bis 1990 Kupferschieferbergbau betrieben. Dessen Anfänge wurden zwar erst urkundlich um 1199 erwähnt, begannen aber wohl nach neuesten Forschungen auch schon in der Bronzezeit. Er zählte in seiner Blütezeit, Ende des 15. Jahrhunderts, zu den bedeutendsten Europas. Weiterhin befindet sich in Ilfeld das ehemalige Bergwerk Rabensteiner Stollen, das einzige Steinkohlebergwerk im Harz. Im nordthüringer Revier gab es zahlreiche Kalibergwerke, in der Nähe von Röblingen wurden durch einen Montanbetrieb geologische Wachse abgebaut.

 

Das letzte Bergwerk im Harz – die Grube „Wolkenhügel“ bei Bad Lauterberg – stellte im Juni 2007 die Förderung wegen Unwirtschaftlichkeit ein. Zuletzt arbeiteten dort 14, von vormals 1000 Mitarbeitern, die mit modernster Technik den Schwerspat zu Tage förderten. Mit der Stilllegung dieser Anlage fand der schon im Mittelalter, und seit dem 16. Jahrhundert ununterbrochen, betriebene Bergbau auf Silber, Blei und Zink sein Ende. Davon zeugen die Kulturdenkmale und die negativen Folgewirkungen des Bergbaus für die Umwelt wie die Schwermetallbelastungen der Ökosysteme.

 

Mundarten des Harzes

 

Auf dem Gebiet des Harzes werden vorwiegend ostfälische und thüringische Mundarten gesprochen.

Eine Besonderheit des Oberharzes ist die Oberharzer Mundart. Im Gegensatz zu den niedersächsischen, ostfälischen und thüringischen Mundarten des Umlandes, handelt es sich hier um eine erzgebirgische Mundart, die auf die Ansiedlung von Bergleuten im 16. Jahrhundert zurückgeht.

Die Oberharzer Mundart beschränkt sich auf wenige Orte. Die bekanntesten sind Altenau, Sankt Andreasberg, Clausthal-Zellerfeld, Lautenthal und Hahnenklee. Heute hört man im Oberharz die Mundart im täglichen Leben nur mehr wenig. Hauptsächlich Angehörige der älteren Generationen beherrschen sie noch, so dass zur Aufrechterhaltung in den Lokalzeitungen gelegentlich Artikel in Oberharzer Mundart abgedruckt werden.

 

Zur Verdeutlichung folgt der Refrain eines St. Andreasberger Heimatliedes:

 

Eb de Sunne scheint, ebs stewert, schtarmt, ebs schneit,

bei Tag un Nacht ohmds oder frieh

wie hämisch klingst de doch

du ewerharzer Sproch

O Annerschbarrich wie bist de schien.

 

Auszug aus: www.wikipedia.org/wiki/Harz_Mittelgebirge