Beleg für die Furcht oder wenigsten den Respekt der Römer vor den Germanen war die Errichtung einer immensen Grenzbefestigung, dem Limes[1]

 

Baubeginn war im 1. Jhd. nach Christus. Über fünf große Bauabschnitte mussten bewältigt werden, der 1.Abschnitt begann im Jahre ca. 85 nach Christus und wurde durch Kaiser Dometian im Taunusbereich begonnen. Er ließ Sichtschneisen ziehen und Holzkastelle errichten. Kaiser Trajan (117-138 nach Christus) erweiterte diese im 2. Abschnitt mit zusätzlich durchlaufenden Holzpalisaden. Mit dem 3. Abschnitt um die Mitte des 2. Jhd. nach Christus ersetzten Steinkastelle das Holz. Mit dem 4. Abschnitt umschreibt man den obergermanischen Limes. Dieser wurde zusätzlich mit 6-8 m breiten und 2 m tiefen Gräben hinter der Palisadenmauer und dem Erdwall erweitert. Nur am rätischen Limes, zwischen Lorch und Eining, wurden die Palisaden mit 2-3 m hohen und 1-2 m starken Steinmauern ersetzt.

 

Ein mit dem Limes verwandtes und etwa gleichzeitig erbautes Küstenverteidigungs-

system im Ärmelkanal, dem „litus saxonicum“ (ca. 170 nach Christus bis-Mitte 4. Jhd. nach Christus) war als 5. und letzter Abschnitt mit Festungen und Signalstationen offensichtlich der massiven Bedrohung der Küstenflanken des Imperiums durch germanische Piraten geschuldet. Der Limes diente und erfüllte seinen Zweck bis ca. 260 nach Christus.

 

Als effektives Frühwarnsystem mit Sichtschneisen, Wachttürmen alle 200-1000 m, 900 Wachtürmen, vielen kleineren Forts und ca. 60 Kastellen zwischen Rhein und Donau, erlaubten eine effiziente Überwachung der Grenzabschnitte.

 

Auszug aus: [1] R.Simek, Die Germanen, S. 72.

Germanischer und Raetischer Limes
Germanischer und Raetischer Limes