Die Markomannenkriege[1] wurden ab 166 nach Christus geführt, als ungeahnte Menschenmassen von Norden her die Donaugrenzen überschritten. Jenseits der Donau siedelten romfreundliche Völker, wie Markomannen, Quaden, Hermunduren und Naristen. Sie waren längst in Verträgen mit gegenseitigem Handel beidseitig an Rom gebunden. Dies führte zur Blütezeit des römischen Imperiums.

 

Auf Grund von immensen Völkerverschiebungen weit im Hinterland des freien Germaniens, wo Goten begannen zu wandern, erfolgte die tiefgreifendste Bewegung der Siedlungsgeschichte ganz Nordosteuropas. 14 Jahre andauernder Überschreitungen, welche Markomannenkriege genannt wurden, unter der Herrschaft des Philosophenkaiser Marc Aurel (161-180 nach Christus). Ein wesentlicher Teil seiner Regierungszeit war von Germaneneinfällen und Grenzbedrohungen gekennzeichnet, zusätzliche Partheraufständen im Osten bedrohten das römische Reich, dort waren große römische Truppenkontingente gebunden, deshalb musste Rom auf Zeit spielen.

 

166 nach Christus fand ein angeblicher Einfall von 6000 Langobarden in die Provinz Pannonien (zwischen Wien und Mündung der Theiss in die Donau) statt und in einem Zug drangen sie bis nach Aquilia (obere Adria) vor, doch Aurel konnte sie zurückschlagen.

 

167 nach Christus fielen Markomannen und Viktuarier und auch ein Heer von Markomannen und Quaden Richtung Süden in das römische Reich ein. Im folgenden Jahrzehnt erfolgten viele Einfälle in Rätien, Noricum, Pannonien, Moesien und Dakien bis hin zum Schwarzen Meer. Germanen überfielen und verwüsteten diese Landstriche. Rom spielte auf Grund seiner Truppenbindung beim Partheraufstand auf Zeit, und Aurel unterlag 170 nach Christus, konnte aber ab 172 nach Christus die Lage stabilisieren, weil er von Carnuntum aus mit vielseitigen Verträgen, Bündnissen und Zahlungen die Quaden zur Neutralität verpflichten konnte. Nicht nur Plünderungen, sondern offene Landzuweisungen für Auswanderer wurden gestellt. Es war keine einheitliche Linie seitens des Kaisers möglich, da er es mit einer Vielzahl von Völkern und Gründen für Grenzüberschreitungen zu tun hatte. Hohes militärisches und diplomatisches Geschick seitens Aurels ermöglichten Verträge, womit man germanische Stämme binden oder gegeneinander ausspielen konnte.

 

Der erste Markomannenkrieg endete im Jahre 175 nach einem Feldzug gegen die Jazygen mit einem Waffenstillstand. Sie lieferten 100.000 römische Gefangene aus und stellten ein Kontingent von 8.000 Reitern, von denen 5.500 nach Britannien abkommandiert wurden[2].

 

Nach einer kurzen Ruhephase flammten im Jahre 177 die Kämpfe an der Donau erneut auf. Am 3. August des Jahres 178 brachen Mark Aurel und Commodus zum zweiten Markomannenkrieg auf. Der Prätorianerpräfekt Tarutienus Paternus erhielt den Oberbefehl im Feld. Ein besonderes Ereignis war eine Schlacht gegen die Quaden in der heutigen Slowakei, die einen ganzen Tag lang dauerte. Im Gebiet der Markomannen und Quaden wurden halbbefestigte Militärlager mit insgesamt 40.000 Mann angelegt. Im Winter 179/180 lagerte Valerius Maximianus mit Truppenkontingenten der Legio II Adiutrix bei Laugaricio (Trenčín in der Slowakei). Am 17. März des Jahres 180 starb Kaiser Mark Aurel, vermutlich in Vindobona. Gegen den Rat der Militärs schloss sein Sohn Commodus mit den germanischen Stämmen einen Friedensvertrag ab und kehrte nach Rom zurück, wo er am 22. Oktober desselben Jahres einen Triumph feierte[3].

 

Durch eine Inschrift (CIL III 5937) bezeugt ist ein Feldzug gegen den germanischen Stamm der Buren. Über den Verlauf dieser Auseinandersetzung ist wenig bekannt. Der Schwerpunkt der Kämpfe muss im dakischen Raum gelegen haben. Die Kämpfe fanden im Jahre 182 ihr Ende, als Kaiser Commodus den Siegesbeinamen „Germanicus Maximus“ annahm.

 

Noch konnte Rom die Germanen abwehren, doch nicht für lange, das haben uns die Markomannenkriege gezeigt. Die Zeit der großen Völkerwanderungen besiegelte den Untergang des Römischen Reiches.

 



[1] R.Simek, Die Germanen, S.75ff.

[2] www.wikipedia.org/w/index.php?title=Markomannenkriegeoldid=65033970

[3] www.wikipedia.org/w/index.php?title=Markomannenkriegeoldid=65033970