Vor 4000 Jahren beginnt die Zeit des Übergangs von der Steinzeit zur Bronzezeit. Die Megalithkultur beherrschte den Norden Mitteleuropas. Der Name kommt von den augenscheinlichsten Hinterlassenschaften, den mächtigen steinernen Grabbauten. Diese Grabbauten rühren von einem Volk her, welches den Übergang von nomadisierenden Jägern und Sammlern zu sesshaften Bauern schaffte. Die Menschen lebten in einer dorfartigen Gemeinschaft, arbeiteten mit dem Pflug und konnten somit ihre Felder bestellen. Sie hatten einfache Totenkulte und einfache Formen von Fruchtbarkeitsgöttern. Die Seitenwände der Grabhügel wurden mit halbierten Steinblöcken aus Granit gebaut. Granit konnte man spalten, indem man Löcher in den Granit schlug, dort Holzpflöcke einführte und diese mit Wasser begoss, diese quollen dann auf und der Stein zerbrach. Für die Decke wurden besonders flache Granitblöcke benutzt. Darauf kam ein künstlich aufgeschütteter Erdhügel, der wiederum mit Steinen abgestützt war. Allein in Deutschland wurden im 19. Jhd. 5000-6000 Hügelgräber zerstört, insbesondere durch Straßenbau und Landwirtschaft. In den Hügelgräbern wurden die Ahnen besucht und verehrt, man fand Waffen und bestes Werkzeug, Frauen bekamen ihren Schmuck und ihr bestes Hausgerät mit. Die Bauern des Megaliths waren selbstbewusst und stolz. Durch die Pflugkultur waren sie imstande, weitgehend den Hunger zu bannen und Kapital in Form von Zuchttieren, Saatgut und Rohstoffen zu bilden.

Großsteingrab
Großsteingrab

 

Im Ausgang der jüngeren Steinzeit wurden die Toten dann nicht mehr in Rückenlage, sondern in Hocklage gebettet, hierbei handelte es sich um Einzelgräber. Solch ein Grab bestand aus einer primitiven Steinkiste, worüber sich ein flacher Hügel wölbte. Ihre hochgewachsene Rasse mit schmalen Langschädeln unterschied sie von den Bauern der Megalithkultur. Man fand viele Grabbeigaben wie hohe schlanke Becher, Flechtton mit Ornamenten und eine Axt mit Schneide auf der einen Seite und auf der anderen Seite eine Hammerfläche. Daraus folgt, dass es sich um eine Waffe und kein Werkzeug handelte, es war ein Meisterwerk steinzeitlicher Waffenproduktion.

 

Auszug aus: „Die Ersten Deutschen“, S. Fischer Fabian, Kaiser Verlag Klagenfurth, 1975