Die Völkerwanderung und das frühe Mittelalter

 

Die sogenannte Völkerwanderungszeit bildet ein Bindeglied zwischen der Spätantike und dem Beginn des europäischen Frühmittelalters, da man sie beiden Epochen zurechnen kann. Historiker setzen die Völkerwanderung in die Zeit 375/376, dem Einbruch der Hunnen nach Ostmitteleuropa, die damit eine Fluchtbewegung anderer Völker in diesem Raum auslösten, bis zum Einfall der Langobarden in Italien 568. Den Anfang machten eigentlich bereits. die Langobarden und Obier die im Jahre 166 n.Chr. die Donaugrenze überschritten und den Anfang der Markomannischen Kriege auslöste.

 

Die Bewegungen der Volksgruppen waren immer von Nordosten oder Osten nach Süden und Südwesten. Der Hauptanteil kam aus Skandinavien, (Skandza) auch von mittelalterlichem Schriftsteller als Mutter der Nationen“ oder „Werkstatt der Völker genannt. Die wichtigsten Völker waren die Goten, die Langobarden die Wandale später kamen noch die Franken dazu. Alle diese Völker waren Germanen. Aus den Steppen des Ostens brachen dann noch die Hunnen hervor.

 

Außer diesen obengenannten Hauptvölker, die Europa maßgebend gestaltet haben und der Geschichte ihren Stempel aufgedrückt haben gab es noch eine Menge andere Volksgruppen und Völker die teilweise an der Völkerwanderung teilnahmen oder ihre Stammplätze verteidigt haben. Als Ursache der Völkerwanderung haben die Historiker zwei Hauptgründe festgestellt. Der erste war die Bevölkerungsexplosion. Bei den Germanen herrschte die Sitte dass die Männer zusammen mit ihren Hauptfrauen noch mehrere Nebenfrauen besaßen was zu ihrem Kinderreichtum beitrug. Leider war das Landangebot in Skandinavien aber beschränkt, deshalb wählten die jungen Leute sich von Zeit zu Zeit einen Anführer und begaben sich auf den Treck nach Süden um neues Land zu finden. Die zweite Ursache war der Hunger. Für die kleineren Jägergruppen der Steinzeit, die später zu Bauern wurden war Skandinavien, hauptsächlich aber das heutige Schweden ein Paradies .Inzwischen ist das Land aber überbevölkert und kann die Menschenmasse nicht mehr ernähren. Dieser Umstand zwang so auch die Einwohner dazu sich in riesigen bis fünfzig Kilometerlangen Trecks, bestehend aus Wagen Vieh und Menschen, zu Fuß und zu Pferd, sich auf den Weg zu machen anderweitig nach neuem Siedlungsland zu suchen.

 

Natürlich war das Land in das die Auswanderer kamen zum größten Teil bereits bewohnt. Hie und da gelang es, hauptsächlich wenn große Flächen unbewohnt waren, sich zu einigen. Sehr oft setzten sich die Ortsansässigen zu Wehr und es kam zu grausamen Schlachten mit dem Resultat dass die Urbevölkerung geschlagen wurden und sich ihrerseits auf den Treck nach Süden oder Westen machten. Meistens wurden die neuen Landbesitzer ihrer Errungenschaft nicht lange froh denn sie wurden bald selbst von der nächsten Auswanderungswelle überrollt.

 

Den Volksmassen auf der Wanderung schlossen sich immer weitere Menschen an. Diese Trecks hinterließen auf ihren Wanderungszügen auf der Suche nach neuem Land eine zerstörte ausgebrannte Landschaft, Tod und Verderben. Die Völkerwanderung, die auch unsere Gegend nicht verschonte kann man als eines der dunkelsten Perioden der Zeitgeschichte bezeichnen. Sie brachte aber auch gewaltige Umwälzungen mit sich. Deshalb wollen wir uns dem Ablauf und den Hauptakteure dieser vergleichsweise kurzen Epoche näher befassen.

 

Auszug aus:Teil 4 Die Völkerwanderung und das frühe Mittelalter, Commission Culturelle de la Commune de Junglinster, www.artlenster.com