Ackerbau- und Viehhaltung
Ackerbau- und Viehhaltung

Von wem oder was wurde die Megalithkultur verdrängt? Ein kriegerisches Volk lebte von der Ostsee über die Poebene und Balkan bis an die Wolga. Es waren Indogermanen, die im Zuge einer gewaltigen Völkerwanderung vom Osten her in Europa einfielen, wobei Thüringen längere Zeit ihr Hauptstützpunkt blieb. Die Bauern der Megalithkultur hatten einen hohen Lebensstandard, aber ihre kulturelle Entwicklung war längst zum Stillstand gekommen. Die Indogermanen dagegen waren vital, kampflustig und streitbar, sie führten große Herden mit sich und befanden sich im permanenten Kriegszustand, da sie ihre Herden ständig verteidigen mussten. Ihre Völkerwanderung begann aufgrund von Trockenperioden, Ruhelosigkeit und Abenteuerlust. Sie hatten auch die besserer Waffen wie Streitaxt, Pfeil und Bogen sowie das Pferd als Reittier und vor dem Streitwagen. Die Indogermanen besiegten die Bauern des Megaliths zwar komplett, machten sie aber nicht zu Sklaven, sondern verschmolzen mit ihnen zu einer Kultur. Dies war ein langer geschichtlicher Prozess, der die „ersten Deutschen“ entstehen ließ. Es entstand ein neues Volk mit einer neuen Kultur, die sogenannten Urgermanen, wobei wir die Germanen im Norden Europas meinen.

Vor 3500 Jahren gab es eine Zeit der Ruhe, eine Zeit der Sammlung. Die Urheimat der Germanen war nun Südschweden, Dänemark, Schleswig Holstein und Ostniedersachsen. Diese Gebiete wurden von Völkerwanderungen verschont, Invasionen und größere Kriege gab es nicht ebenso kaum Beeinflussung von Fremden. Mit dem Auftreten indogermanischer Streitaxtleute in Nordeuropa vor 3000 bis 2000 Jahren verdrängte das Einzelgrab endgültig die Riesensteingräber. Die Streitaxtleute lebten im friedlichen Miteinander mit den Germanen dieser Gebiete. Ungefähr 300 Jahre dauerte der Verschmelzungsprozess mit gegenseitigem Nehmen und Geben und war ca. 1400 vor Chr. abgeschlossen, damit kann man ab dieser Zeit getrost von den Germanen sprechen. Vorherrschend waren aufgrund der warmen und trockenen Witterung insbesondere Birken, Kiefern und vor allem Eichen, daher kommt auch der Begriff der Eichezeit. Aufgrund der Vielfältigkeit an Gegenständen kann die Bronzezeit als antike Zivilisation bezeichnet werden, weit entfernt von dem Leben wilder Völker. Waffen, Schmuck und Alltagsgegenstände stellten die Germanen her. Wie kamen die Germanen an Kupfer und Zinn, welche Beide nur in sehr geringem Maße vorhanden waren? Zinn musste importiert werden, als Tauschmittel diente z. B. mit Griechenland Bernstein. Kupfer gab es nur in den Ostalpen. 

 

Bis 1000 vor Chr. besiedelten die Germanen ein Gebiet, dass von der Elbe bis zur Weser reichte, Mecklenburg bis zur Mündung der Oder umfasste, die untere Weichsel, den Südharz, die Havel und mittlere Elbe bei Magdeburg und den Niederrhein im Westen umspannte. Ungefähr 750 vor Chr. setzte die plötzliche Klimaänderung zwischen Bronze- und Eisenzeit, welche ein feuchteres und kälteres Klima, lange Winter, verregnete Frühjahre und kühle Sommer mit sich brachte, eine Völkerwanderung in Gang. Sie betraf das westliche Niedersachsen. Die Kelten werden vom Ostufer des Rheins verdrängt.

 

Auszug aus: „Die Ersten Deutschen“, S. Fischer Fabian, Kaiser Verlag Klagenfurth, 1975