Am Beispiel der Leibgarde des großen Augustus, einer ausgesprochenen Elite, die sorgfältig ausgesucht wurde, traten die Germanen an den Hof Roms. Ubier, Bataver und Friesen in völliger Hingabe zu ihren Herrn. Kaiser Caligula folgten sie in blinder Ergebenheit. Terrormaßnahmen gegen Andersdenkende waren ihre Aufgaben, aber auch als Personal für Inszenierungen abenteuerlicher Schauspiele mussten sie herhalten. Darstellungen von Rheinübersetzungen und germanischen Eroberungen, die nie wirklich stattfanden, erfreuten den Kaiser. Nach der Ermordung Galigulas atmeten die Römer auf, nur seine Germanen nicht.

 

Nero hatte sich mit germanischen Gefolgstreuen umgeben, eine Art Hausgardisten, freie Leute, die aber durch ihre Stellung an den Herrn gebunden waren. Bei der Verschwörung des Scaevinus hetzten seine germanischen Leibgardisten durch Rom auf der Jagd nach den Verschwörern. Der einzige, dem sie vertrauten, war ihr Herr. Nach dem Tod Neros im Jahr 68 nach Christus folgten chaotische Wirren im Kampf um die Nachfolge.

 

Galba, Otho, Vitellius und Vespersian, alle 4 wurden jeweils von ihren Truppen auf das Schild gesetzt und zum Kaiser erhoben. Vespersian siegte, doch Galba hatte vorher die germanische Leibwache aufgelöst.

 

Unter Caracalla ca. 150 Jahre später trug die germanische Leibgarde ihre heidnische Tracht und Waffen, selbst der Kaiser kleidete sich so, speiste und sprach germanisch. Seine „blonden Löwen“ nannte er sie, doch Caracalla fiel beim Feldzug gegen die Parther. Seine Leibgarde suchte und fand die Mörder, doch dann verliert sich die Spur der germanischen Leibwächter der Caesaren in der Zeit irgendwo in Kleinasien.

 

Diese Textpassage spiegelt sich in den Büchern des Literaturverzeichnisses wider.