Burgunder und Rugier
Burgunder und Rugier

Zu den ostgermanischen Völkern, deren Schicksal sechs Jahrhunderte hindurch verfolgt werden kann, gehören die Burgunder. Ihre Wanderungsgeschichte zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich von den übrigen Ostgermanen eine Zeit lang getrennt haben.

 

Tacitus kennt Rugier an der Ostsee Er zählt auf: Gotones, Rugii, Lemovii, schreiten also von Osten nach Westen vor. Anhand der gotischen Stammessage, schlugen die Goten bei ihrer Landung ihr Lager bei den Sitzen der Ulmerugier auf, die damals die Ufer des Meeres bewohnten, und vertrieben sie. Daraus geht hervor, das sie schon vor den Goten an den Ufern der Ostsee gewohnt haben, also in den Kreis der Völker gehören, die um 100 vor Christus ihre nordische Heimat verlassen haben.

 

 

Die Goten
Die Goten

 

Plinius zählt die Gutonen zu den Vandiliern; Tacitus sagt, daß die Gothonen über den Lugiern, also nördlich von ihnen wohnten. Nach Strabo (ca. 20 n.Chr.) traten die Goten dem Völkerbunde des Marbod bei, gleich nach ihrer Landung an der Weichsel und begründeten so ihre spätere Jahrhunderte dauernde Wanderung.

 


Die Gepiden und Heruler
Die Gepiden und Heruler

 

                                             Die Gepiden und Talifaden

 

Die gotische Stammessage berichtet, daß die Gepiden im dritten und letzten Schiffe von Skandinavien an das Gelände der Ostsee gekommen sind und die Inseln an der Weichselmündung besiedelt haben, die nach ihnen Gepidöjös „Gepideninseln“ benannt wurden. Die Heruler traten im Jahre 267 zum ersten Mal als Anwohner des Asowschen Meeres wohl östlich des Don in Erscheinung. Spätestens Mitte des 3. Jahrhunderts folgten sie den Goten nach Südrußland.

 

 

Mutmaßliche nördliche Urheimat  germanischer Stämme
Mutmaßliche nördliche Urheimat germanischer Stämme
Die nordwestdeutschen Stämme im 1. Jh. n. Chr.
Die nordwestdeutschen Stämme im 1. Jh. n. Chr.

 

 

Die Stammeskunde, die die Wanderungen der ostgermanischen Völker bisher meist isoliert betrachtet hat, muß sich entschließen, größere Zusammenhänge und die innere Abhängigkeit aller ostgermanischen Aussiedlungen aus der nordischen Urheimat zu erkennen. Alle diese Völker waren Seevölker. Man hat bisher zu wenig beachtet, daß sie ihre Fahrten nicht nur nach der Oder-, sondern auch nach der Weichselmündung gerichtet haben. Auch aus diesem Grunde ist zu folgern, daß das Land östlich der Oder „öde“, das heißt dünn bewohnt war und zur Niederlassung lockte.

 

 

Landnahme der Angelsachsen
Landnahme der Angelsachsen

Die angelsächsische Landnahme in Britannien

 

Heute ist sich die Forschung darüber einig, daß die Niederlassung germanischer Stämme in Britannien in das Jahrhundert 450 - 550 zu setzen ist. Nach Beda-in seiner 731 fertig gestellten Kirchengeschichte- haben drei Stämme die Insel besetzt. Die Jüten den Südosten, die Sachsen das Land beiderseits der Themse, die Angeln den Norden.

 

 

Bildung des sächsischen und fränkischen Stammes
Bildung des sächsischen und fränkischen Stammes

Die Cherusker und ihre Nachbarn

 

Die germanischen Stämme liebten es, Wälder als Grenzen zu benutzen, die gleichzeitig als Schutz dienten. Das wird auch von den Cheruskern berichtet, die das erste Mal bei Caesar erwähnt werden. Als er 53 v. Chr. über den Rhein ging, um die Sweben für ihre Hilfstruppen an die Treverer zu strafen, hatten sich jene bis zum Walde Bacenis zurückgezogen, der die Cherusker und Sweben trennte.

 

 

Der sächsische Stammesbund

 

Die Geschichte der Chauken, Angrivarier und Cherusker geht schon im 3. Jahrhundert zu Ende, denn es entsteht nun der sächsische Stammesbund. Was Arminius um Christi Geburt vergebens erstrebt hatte - die Einigung der Stämme - wird mit anderen Zielen von dem Stamme durchgeführt, der am nördlichsten wohnte, von den Sachsen.

 

 

Linksrheinische belgische Germanen
Linksrheinische belgische Germanen

Die Weser – Rhein Germanen

 

 

Das Vordringen der Germanen gegen den Niederrhein erfolgt in so früher Zeit, dass nur die Siedlungsarchäologie darüber einige Auskunft geben kann. Während am Ende der Bronzezeit (etwa 800 v.Chr.) ganz Hannover einschließlich von Friesland mit dem niederländischen Teil und Westfalen in der Hand der Germanen ist, beginnen sich die Germanen in der frühen Eisenzeit (800 – 500 v.Chr.) am Niederrhein bemerkbar zu machen. Über Zeit und Umfang des ersten germanischen Vordringens auf das linke Rheinufer bestehen noch Meinungsverschiedenheiten. Siedlungsräume der Belgen, Nervier und Treverer mit mehr oder weniger keltischen Einflüßen entstehen.

 

Chatten und Hessen

 

Im 1. Jahrhundert vor Christus saßen die Chatten um die Fulda und an der Eder. Als 38 v. Chr. die Ubier durch Agrippa auf das linke Rheinufer umgesiedelt wurden, nahmen sie deren Gebiet zwischen Rhein, Main und Lahn mit Zustimmung der Römer in Besitz.

 

Auszug aus: Germanische Stammeskunde, Ernst Schwarz, S.5 ff