Germanische Stämme in Süddeutschland um Christi Geburt
Germanische Stämme in Süddeutschland um Christi Geburt

Die Bildung des fränkischen Stammes

 

 

 

Im 3. Jh. taucht ein neues germanisches Volk auf. Unter den Germanen, die 258 das römische Reich in schwere Bedrängnis brachten, werden die Franken genannt. Sie scheinen in der Gegend von Köln den Rhein überschritten zu haben. Auch in den nächsten Jahren werden sie an den Kämpfen gegen die Römer beteiligt sein. Daß es sich nicht um einen neuen Stamm, sondern um einen neu aufkommenden etwas schwer zu fassenden Begriff handelt, wird in der Folgezeit deutlich, da verschiedene Stämme den Franken zugezählt werden, so die Brukterer, die mit den Tenkterern verschmolzen waren, die Amsivarier, die Chamaver, die Chattuarier, die Salier, gewiss auch die Hasuarier, Usipier und Tubanten.

 

Die Elbgermanen, Semnonen und Nordschwaben

 

Die Träger der elbgermanischen Kultur, die sich ab 650 v. Chr. an der unteren und mittleren Elbe durch Ansiedlung einer neuen Volkswelle aus dem Norden abzuzeichnen begann, sind die Sweben, das Hauptvolk der Erminonen, zu denen auch Hermunduren, Markomannen und Quaden zählen. Die Überlieferung des Namens der Sweben erfolgt als Suebi, Suevi, den heutigen Schwaben. Die Semnonen wohnten rechts der Elbe. Ihr Gebiet umfasste den nördlichen Teil der Mark Brandenburg sowie Mecklenburg – Strelitz.

 

 

Landnahme der Alemannen
Landnahme der Alemannen

Die Markomannen und Quaden

 

 

 

Im Jahre 17 v. Chr. schlossen die Sugambrer mit den Cheruskern und Sweben (Quaden) ein Bündnis, das die Römer zersprengten. Im Jahre 9 v. Chr. zog ein römisches Heer unter Drusus gegen Sweben und Markomannen. Die Lage wurde für diese außerordentlich gefährlich, zumal die Römer zwischen Rhein und Elbe ihre Provinz Germania mit Köln als Mittelpunkt einrichteten und von Süden her die Donau erreichten. Marbod, ein markomannischer Edler, überredete sein Volk, die bedrohten Gebiete aufzugeben und in das Bojerland auszuweichen Der Zug erfolgte aus dem oberen und mittleren Main und Donau in das Egergebiet. Die Quaden und Mähren folgten ihnen.

 

Die Alemannen und Juthungen

 

Der Name der Alemannen bedeutet nach der alten Bedeutung „alle Männer, Männer insgesamt“. Es handelt sich offenbar um einen neuen Großstamm, stehen wir doch in der Zeit der Stammesbünde. Bedenkt man die elbgermanischen Landgewinnungsversuche um 100 v. Chr. als die ersten Elbgermanen in Süddeutschland erschienen, das folgende Unternehmen des Heerkönigs Ariovist, sich in Gallien festzusetzen, das Ausweichen der Markomannen und Sweben (Quaden) und ihr Anrennen gegen die Donau im Kriege von 160 -180 n. Chr., so liegt offenbar ein neuer Versuch vor, die Hauptmasse der Elbgermanen an der Saale und der mittleren Elbe nach Süddeutschland zu verlegen.

 

Hermunduren und Thüringer
Hermunduren und Thüringer

Hermunduren und Thüringer

 

 

Über die Zeit der Stammesbildung der Hermunduren bestehen noch Unklarheiten. Nach Strabo haben die Hermunduren zu beiden Seiten der Elbe gewohnt. Ihr Zurückweichen auf das rechte Elbufer und die Vereinigung mit den Semnonen wird gemeldet, als Tiberius 5 n. Chr. an die Elbe vordrang, sowie ihren Beitritt zu Marbods Völkerbunde.

 

 

Stammesverteilung 488 (vor der bairischen Landnahme)
Stammesverteilung 488 (vor der bairischen Landnahme)

Die Baiern

 

 

Alle Nachbarstämme -abgesehen von den Franken -sind bisher dafür in Anspruch genommen worden. Es handelt sich um eine relativ späte Zeit und trotzdem berichtet keine zeitgenössische Quelle darüber. Später als Alemannen, Franken, Thüringer, Ost –und Westgoten und Wandalen sind die Baiern zu eigener Staatlichkeit gelangt.

 

 

 

 

Die Langobarden
Die Langobarden

Die Langobarden

 

 

 

Im Jahre 5 . Chr. sind die Langobarden vor Tiberius, der von den Chauken an die Elbe kam, auf das rechte Elbeufer ausgewichen. Die Gefahr, durch die Römer ihre Freiheit zu verlieren, trieb sie zum Völkerbund des Marbod, doch fielen sie nach der Schlacht im Teutoburger Wald zu Armin ab. Strabo kennt die Langobarden noch östlich der Elbe und bezeichnet sie wie die Hermunduren als Sweben. Eine Streitfrage ist es, wie sie hierher gelangt sind, denn sie besaßen eine heimische Tradition, dass sie aus Skandinavia stammten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Elb -und Nordgermanen

Elbgermanische Ausbreitung
Elbgermanische Ausbreitung
Nordgermanische Stämme
Nordgermanische Stämme
Normannen
Normannen

 

Auszug aus: Germanische Stammeskunde, Ernst Schwarz, S.5. ff