Eine Irminsul (das heißt „große bzw. gewaltige Säule“) oder auch Irmensäule oder Irmensul, war beim germanischen Volk der Altsachsen ein Kultobjekt, das analog zu sakralen Orten und Heiligtümern verehrt wurde.

Die Irminsul gehört typologisch zum Weltenbaum der germanischen Mythologie wie etwa die prominenteste Form der literarischen Weltesche Yggdrasil aus der Edda. Eine weitere Form wird im immergrünen Kultbaum des wikingerzeitlichen Tempels von Uppsala gesehen.

Bäume wurden in historischen und werden in gegenwärtigen Religionen und Religionssystemen weltweit verehrt.

Die Irminsäulen, ebenfalls noch heidnischen Ursprunges, waren hohe Holz- oder Steinsäulen. Bei allen germanischen Stämmen üblich, standen sie mit dem Ahnenkult in Verbindung. Irmin, der Gewaltige, war der göttliche Stammvater und oberste Gott der Ermionen (Hermionen), d.h. eines kultischen Bundes von germanischen Stämmen. Fast scheint es, als ließe sich von diesen Irminsäulen eine direkte Verbindung zum ältesten bayerischen Stammesheiligen, dem hochverehrten Hirmon oder Hirmen, herstellen, dessen Bildnis meist auf einer Säule angebracht war, so daß er geradezu den Namen "Säulenheiliger" führte.

 

Auszug aus:www.wikipedia.org/wiki/Irminsul; "Die Bildstöcke, Lichtsäulen und Totenleuchten" Österr., 1948, S.20