Herkunft der Walküren

 

Namen und Anzahl der Walküren

 

Im Helgakvida wird die Zahl der Walküren mit neun angegeben, im Darraðarljóð mit zwölf. Tatsächlich dürfte die Anzahl im Volksglauben unbegrenzt gewesen sein.


Im Grimnismal werden dreizehn Namen genannt von Walküren, die in Valhöll (Walhall) Bier ausschenken. Nur in den Heldenliedern kommen die Namen Sigrún, Kára, Sváfa und Brynhildr vor.

 

Die meisten Walkürennamen sind sprechende Namen, die auf die kriegerische Funktion der Trägerin hinweisen. Kaum einer dürfte besonders alt sein, und die

meisten entstammen eher der Kreativität der Dichter als dem Volksglauben.

 

Herkunft der Walküren

 

Die Walküren waren ursprünglich wahrscheinlich Totendämonen, denen die Krieger zufielen, die auf dem Schlachtfeld gefallen waren. Allmählich änderte sich die Vorstellung von Valhöll (Walhall): Anfangs war Valhöll das mit Leichen übersäte Schlachtfeld, von dem die Totendämonen (Walküren) die Gefallenen zu einem Totengott führen. Später malte man sich Valhöll als Odins Festhalle aus. Parallel dazu veränderten sich auch die Walküren von Totendämonen zu irdischen Kriegerinnen mit menschlichen Zügen, die sich auch in Krieger verlieben können, wie z.B. die Walküre Sigrdrífa

 

Mythologische Bezüge

 

Die Wikinger sahen in Polarlichtern ein Zeichen für die Anwesenheit von Walküren auf der Erde, und dass irgendwo auf der Welt eine große Schlacht geschlagen worden war: wenn die Frauen über die Schlachtfelder ritten und die Einherjer auswählten, spiegelte sich das Licht des Mondes in ihren goldenen Rüstungen und zauberte das „Nordlicht“ an den Himmel.

 

Auszug aus:www.wikipedia.org/wiki/Walküre

 

Walküren

 

Die Walküren waren ursprünglich finstere Kriegsgeister und Todesdämonen. Sie verwüsteten die Schlachtfelder oder brachten die Meere in Aufruhr. Matrosen wurden von ihnen vom Schiff gerissen und Schiffe angelockt, um diese dann ins Verderben zu stürzen. Es waren barbarische Amazonen, die große Freude an blutigen Kriegswunden und abgetrennten Gliedmaßen hatten.

 

Walküren verkörperten die Notwendigkeit von Rache und Tod. Sie schwebten auf Sturmwolken, den fliegenden Pferden über die Schlachtfelder. Es waren stattliche, perlweiße Tiere, von deren Mähnen fruchtbarer Tau auf die Erde tropfte. Die Walküren wurden von Odin täglich ausgesandt, um sein Totenheer zu vergrößern. Ausgewählte Helden [Einherjar= ehrenhafte Gefallene] wurden von ihnen nach Walhall gebracht, dem himmlischen Wohnsitz von Odins Geisterarmee, die Halle der Gefallenen. Sie lag im schimmernden Hain Glesir.

 

Walhall war das Paradies der Wikinger, wo die erwählten Krieger sich von früh bis spät dem Kampf und Gelage hingaben. Met und Fleisch gab es im Überfluss und um solch eine große Armee satt zu bekommen, bereitete der Koch Andhrimnir in seinem Kessel Eldhrimnir, einen nie zu Ende gehenden Eintopf aus Eberfleisch zu. Walhall war prächtig mit Speeren und Schildern geschmückt, es gab dort fünfhundert Türen, jede davon so breit, dass 800 Männer in einer Reihe hindurch passten. Dadurch sollte sichergestellt sein, dass bei dem 1. Anzeichen der Götterdämmerung, die gesamte Armee ausrücken konnte, um erneut im Kampf zu fallen. Diesmal jedoch an der Seite der Götter, in der großen Schlacht bei den Vigrid Ebenen. Die Götter waren der Meinung, dass sie nur durch die Sammlung von ehrenhaften Gefallenen gegen ihr Schicksal wappnen könnten. Odin selbst erhob sich von seinem Thron, um die tapfersten Wikinger bereits am Tor zu begrüßen.

 

Die Armee der gefallenen Krieger übte in Walhall den Kampf bis Ragnarök, der Götterdämmerung, dem Höhepunkt des Weltendramas.

 

In späteren nordischen Mythen, ca. ab dem 6. Jahrhundert, wurden die Walküren romantisch verklärt dargestellt. Sie wurden zu Jungfrauen mit schneeweißer Haut, goldenem Haar und fließenden Gewändern, die nur noch Handlanger von Odin waren und die gefallenen Helden bewirteten. Weiterentwickelt wurden Sie im Nibelungenlied (Heldenepos. Gedichtet um 1198 bis 1204 von unbekanntem österr. Dichter) und der Wölsungen Saga. Die Nibelungen waren ein Zwergengeschlecht, dessen Schätze der Zwerg Alberich hütete. Siegfried/ Sigurd, ein nordischer Held, ähnlich dem keltischen König Artus, gewann den Schatz für sich. Der Name ging auf ihn und seine Mannen über, später auf die Burgunden.

 

Im Nibelungenlied verliebt sich die Heldin Brünhild /Brunhild, eine wunderschöne, gefallene Walküre, in Siegfried. Diese Liebe wurde durch Rachsucht und Intrigen zerstört. Siegfried wurde ermordet und Brünhild tötete sich selbst in tiefstem Schmerz, um für immer mit ihm vereint zu sein. Es geschah häufig, dass sich idealisierte Walküren in sterbliche Helden verliebten. Brünhild half ihrem Halbbruder Siegmund gegen den Willen Odins. Daher musste sie zur Strafe auf einer Hügelspitze liegen, bis ein Sterblicher sie für sich beanspruchte. Später wurde die Strafe dadurch abgemildert, dass Odin sie in einen Ring aus Feuer legte, der nur durch den tapfersten Helden zu durchdringen war.

 

Auszug aus:www.delcotto.de/walkueren