Der Limes

 

Der 550 km lange Obergermanisch - Raetische Limes mit seinen 900 Wachposten und 120 größeren und kleineren Kastellplätzen sowie den dazugehörenden Siedlungen und Infrastrukturbereichen ist das größte und sicherlich bekannteste archäologische Denkmal Deutschlands. Weltkulturerbe und Zeuge einer untergegangenen Epoche, als römische Grenzlinie in Germanien, der eine rund 160 jährige Eroberungsgeschichte voraus ging.

 

 

 

Der Begriff Limes im Deutschen ist auf eine Fehlinterpretation lateinischer Textstellen zurückzuführen. Die Römer benutzten keineswegs dieses Wort als Umschreibung für die befestigte Landgrenze, eher sprach man von einer „Schneise“ oder im weitesten Sinne für eine „Straße“.

Die heute noch im Gelände sichtbaren Denkmale sind nur ein Teil der ehemaligen Grenzbefestigung. Ursprünglich durch einen Palisadenzaun gesichert, wurde am Obergermanische Limes im 3. Jahrhundert ein Graben ausgehoben und mit dem Aushub ein Wall dahinter aufgeschüttet. Dahinter ist ein Patrouillenweg nachzuweisen, der die Wachtürme miteinander verband. Wachtürme findet man im Abstand von 400 - 800 m zueinander. In der ersten Bauphase noch aus Holz errichtet, wurden sie um die Mitte des 2. Jahrhundert in Stein ausgebaut. Kastell vom lateinischen castellum ist ein Begriff aus der spätrömichen Zeit für einen befestigten Platz. Die Römer selbst benutzten ursprünglich für diese Garnisonen einen anderen Begriff: castra hiberna = Winterlager/Standlager.

 

 

Entlang dem Limes sind über 120 Kastelle bekannt. Die Lagergröße richtete sich nach der Zahl der Soldaten, die in ihnen stationiert waren. Die Einheiten umfassten zwischen 100 – 1000 Soldaten. Meistens bestand eine Truppe aus rund 500 Soldaten Infanterie (der sog. cohors), Kavallerie (ala) oder gelegentlich auch einer gemischten Einheit (cohors equitata). Bei den Soldaten am Limes handelte es sich um Hilfstruppen, die sich aus der Provinzbevölkerung rekrutierten. Erst nach 30 Jahren Dienstzeit erhielten diese Soldaten das römische Bürgerrecht.

 

 

 

Auszug aus: Der Limes als UNESCO – Welterbe, Infobroschüre Limeskommission 2008

 

 

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