Das Römische Reich
Das Römische Reich

„Und dennoch vermochte es der Begründer des römischen Prinzipats…einen Staat zu schaffen, der ein halbes Jahrtausend bestanden hat, in dem Wohlstand und Ordnung wenigstens wieder möglich wurden, welchem es gelungen ist, die lateinische und griechische Zivilisation in einer Weise zu verschmelzen, wie noch heute gemeinschaftlich unsere Bildung beherrschen, und den barbarischen Westen dem lateinischen Kulturgebiet anzueignen.“ (Theodor Mommsen, 1881)

 

 

Mehr als vierhundert Jahre lang herrschte Rom auch über weite Teile Deutschlands. Unsere ganze Kultur wurzelt tief im römischen Erbe. Selbst im 21. Jahrhundert begegnen wir in nahezu allen Bereichen des modernen Lebens den Traditionen aus der Antike. Der Erfolg Roms wirkt bis heute nach. Mit der Römerzeit beginnt die historische Epoche unseres Landes. Dank der nun durch die Berichte antiker Autoren einsetzenden schriftlichen Überlieferung können wir viele Phänomene verstehen, die uns sonst verborgen blieben. Eine plastische Vorstellung vom Leben am Rande des römischen Imperiums geben die erhaltenen Bauten in Köln, Trier und Regensburg, die Militärlager entlang der Lippe und am Limes oder die Reste luxuriöser Villen und Bäder. Ergebnisse von Ausgrabungen werfen Schlaglichter auf den Alltag der Menschen und oft auf ihr Schicksal in einer insgesamt aufregenden Zeit.

 

In römischen Augen galt das Land nördlich des italienischen Stiefels lange Zeit als rau, unwirtlich und von Barbaren bewohnt. Insbesondere das kalte Klima dieser Regionen hätte den dort lebenden Menschen ihre naturgegebene Wildheit belassen und sie von höheren zivilisatorischen Leistungen abgehalten.

Die Völker des Nordens, jenseits wie innerhalb der Alpen, ja selbst die Bewohner der Poebene galten als primitiv und roh, aber gleichzeitig als tapfer und grausam. Hier begegnet das typische und zeitlose Klischee des Fremden.

 

Auszug aus: Die Römer in Deutschland, A.Thiel 2008, S. 5 ff