Frauen bei Begräbnis
Frauen bei Begräbnis

Religion bedeutet, zu den Göttern zu reiten. Die Riten sind es, die uns mit ihnen verbinden und damit das ausmachen, was wir aktiv zu dem beitragen können, was religio bedeutet – Rückverbindung zum heiligen Ursprung, unseren Wurzeln. Sie wollen beizeiten begossen sein, wenn aus ihnen ein Baum wachsen soll. Heidnische Religion ist êh, dass heißt ein Verhältnis auf Gegenseitigkeit, das auch die Götter zur Treue verpflichtet. Wir sind nicht ihre Sklaven, sondern freie Gefolgsleute. Der Grundgedanke des Opfers ist also der des Gegengeschenks für die Geschenke der Götter und der Natur: Wer z.B. Met opfert, wenn er aus einer heiligen Quelle Wasser schöpft, opfert ihr nicht als einer Gottheit, sondern gibt ihr ein Gegengeschenk.

 

Religion ist für uns gerade kein Glaube, der untätig-still im Inneren ruht, sondern lebendige, aktive Begegnung mit dem Heiligen - ein spiritueller Weg, den man tätig gehen muss. Oder "reiten”, wie unsere Ahnen sagten, die ihm die Rune Raiðo, Ritt, zuordneten. Wörter desselben Ursprungs sind "Ritus, Ritual”.