Für die Mythologie sind die Brakteaten weniger wegen ihrer Runeninschriften von Bedeutung, sondern weil sie in den bildlichen Darstellungen eine Fülle von Bildmaterial aus einer ansonsten bildarmen Zeit liefern.[1]

Brakteaten sind runde Schaumünzen (nur einseitig Goldfolie), welche recht klein und künstlerisch aufwendig gearbeitet sind (Motiv mittig mit ornamentischem Kreis). Sie stellten Wertgegenstände dar, fast alle mit Ösen versehen (Halsschmuck). Als Vorbilder standen spätrömische Kaisermedaillons aus dem 3./4. Jhd. welche als Auszeichnung für Legionäre dienten.

Brakteaten dienten als Amulette mit Bilddarstellungen mit runischen Zauberwörtern (950 Brakteaten aus 425 Fundstellen und 1/3 davon mit Runeninschriften). Viele dieser Amulette wurden in Dänemark, Schweden und Norwegen gefunden, wenige dagegen in England und Mitteleuropa.

Sie kann man unterteilen in vier Kategorien.

A-Brakteaten stellen einen männlichen Männerkopf im Profil dar (Heils- und Schutzfunktion),

B-Brakteaten - sogenannte 3 Götterbrakteaten (verschiedene Deutungsansätze, nicht geklärt und nicht direkt wikingerzeitliche Gottheiten dargestellt, da Zeitabstände zu groß, somit spekulativ),

C-Brakteaten stellen meist einen Männerkopf, Vierbeiner und Vögel dar (Schutzgottheit und am meisten verbreiteter Typus als göttlicher Heiler in der Veterinärmedizin zu deuten),

D-Brakteaten zeigen Fabeltiere und Tierdekorationen (Untier, als Vorläufer der frühen gotländischen Bildsteine und Drachentiere in der wikingerzeitlichen Tierornamentik).

Guldgubber[2] dienen als wertvolle Quelle der Religionsgeschichte (feine und detaillierte Darstellung von Figürchen aus 1-2 cm Goldblech, 0,05-0,2 Gramm schwer, aus dem 7-8 Jhd. und keine germanische Identifikation möglich. Bis 2500 solcher Prägungen wurden auf Bornholm, Schweden und Norwegen gefunden. Sie werden in vier Gruppen unterteilt.

A- reichgekleidete Männer in würdevoller Haltung und Männer im Profil mit Stab oder anderen Attributen (nicht sicher, ob göttliche Person),

B-tanzende (nackte) Männer, mit Halsringen oder Gürteln, wahrscheinlich Adoranten (Kulttänzer),

C- statische reichgekleidete Frauen, meist im Profil (Feyja oder Frigg oder andere Göttinnen oder Disen),

D-Mann und Frau in enger, aber förmlicher, modischer und korrekter Umarmung, wahrscheinlich Gestus der Frau in der Ehe, in der Obhut des Mannes.

Teilweise fand sich die Darstellung auf importierten Glasbechern, wie bei Gruppe A und D. Dargestellt wurden eventuell hohe Fürstenhochzeiten. Diese wurden als Anlass genommen für die Niederlegung von Guldgubbern und Glaswaren an bestimmten tragenden Säulen oder Hochsitzsäulen der Kulthallen, als Tempelgeld oder Votivgabe, Bauopfer oder Dekoration.



[1] www.wikipedia.org/w/index.php?title=Brakteat&oldid=70582391

[2] R. Simek, Götter und Kulte der Germanen, S. 33 f.