Kein Gott steht allein. Keiner beansprucht Allmacht oder Vollkommenheit. Sie sind vielmehr miteinander verwoben, verwandt und mehr als ihnen lieb sein dürfte aufeinander angewiesen. Sie stehen selbst für ihre Stärken und Schwächen. Wir versuchen die germanischen Götter und magischen Wesen, sowie ihre Beziehungen untereinander kurz alphabetisch zu umschreiben.

 

Asgard war der Wohnsitz der Götter über Midgard, dem der Menschwelt und Utgard, der Welt der Riesen.

Baldr (-Baldur, -Balder) Gott der Schönheit und Weisheit, Sohn des Odin und der Freyja. Der Licht- und Frühlingsgott wurde er genannt. Nach der Edda war er tapfer, mild und schön. Baldrs Tod leitet den Untergang der Götter ein. Baldr und Hödr kehren nach Erneuerung der Welt gemeinsam zurück.

Es folgt Bragi, Gott der Dichtkunst und Beredsamkeit.

Donar (nordisch Thor), Sohn des Wodan, Donnergott mit dem Hammer Mjölnir. Donar weihte die Ehe und bewirkte mit seinem Hammer Fruchtbarkeit. Die Feinde wurden zermalmt und die Eiche war ihm heilig. Donar entspricht bei Tacitus dem Herkules.

Der Fenriswolf (-Fenrir),ein Unhold und Sohn des Loki und einer Riesin. Er wird von Tyr mit dem unzerreißbaren Band Gleipnir gefesselt. Bei der Götterdämmerung befreit er sich und verschlingt Wodan. Er wird danach von dessen Sohn Vidar (- Widar) getötet.

Forseti (- Forete,- friesisch Forsite), war der Gott der Gerechtigkeit und einer der Asen insbesondere auf Forsitesland (Helgoland).

Freyr (-Fro,- Frey, Sohn des Njörd), als Gott des Friedens und der Fruchtbarkeit verehrt. Ein Himmels und Sonnengott, wo der Name Frey (- gotisch frauja,- althochdeutsch- fro, angelsächsisch- Fred) Herr bedeutet.

Freyja (- Freija,- Freia), Tochter des Njörd und Schwester des Freyr. Gattin des Odin , Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, Schirmherrin des Ackers und der Feldfrüchte.

Frigg (- Frija,- Frea), Gattin des Wodan, Mutter der Götter und Menschen, aber wohl nicht identisch mit Freyja (- Freya)

Heimdall, als weiser Wächter des Himmels geachtet

Hel, Göttin des Totenreichs und eine Tochter Lokis und der Anguboda, ihre Geschwister sind Fenrir und die Midgardschlange.

Hödr (- Hödur,- Höd), der blinder Bruder Baldr, der diesen mit dem von Loki erhaltenen Mistelzweig tötet. Nach der Erneuerung der Welt kehren Baldr und Hödr gemeinsam zurück.

Iduna, die jugendliche Frühjahrsgöttin und später Gattin des Bragi. Sie besitzt goldene Äpfel, die den Göttern ewige Jugend garantieren.

Ing, wurde zuerst bei den Ostdänen gesehen, bis er darauf ostwärts übers Meer zog und der Wagen rollte nach.

Irmin (- Ermin,- Ahnherr der Herminonen) “Irmin ist sicher Tiu“. Der Mönch Widukind schreibt “ hirmin mars dicitur“.

Loki, Gott des Feuers, hinterlistiger Unruhestifter, Vater des Fenriswolfes, der Midgardschlange und der Totengöttin Hel.

Die Midgardschlange. Ein riesenhaftes dämonisches Wesen abstammend von Loki. Von den Asen ins Meer geschleudert, wuchs sie dort zu riesenhafter Größe und umspannt die ganze Erde. Durch Einsaugen und Ausspeien erzeugt Sie Ebbe und Flut im Weltenmeer.

Nerthus kennen wir von Tacitus und sie ist trotz des männlichen Namens weiblich. Nerthus ist terra mata, die Erdgöttin, die Göttin des Saatfeldes, das den Samen aufnimmt und in seinen Schoße sich entwickeln lässt.

Njörd (- Nörd), als Gott der Schifffahrt, des Reichtums und der Fruchtbarkeit. Er lenkt alle Wasser und Winde, ist Vater von Freyr und Freyja und ist ohne Zweifel identisch mit dem Nerthus des Tacitus.

Odin (- altnordisch Wotan,- Wuotan,- Wode,- Wodan) oberster der Götter. Er ist Vater des Baldr, Kriegsgott und sein Zeichen ist der Speer. Den schleudert er feierlich zur Kriegserklärung und die gefallenen Helden werden durch Walküren (-altnordisch valkyrjur) zu ihm nach Walhall gebracht. Odins Gattin ist Freyja

Saxnot (- Sachsnot), als Stammgott der Sachsen. Er entspricht Tiu (Abschwörungsformel von 772, wo- der Täufling entsagen muss: „ thuner ende woden ende sachsnote“.

Skuld, eine der Nornen (- die Werdende)

Tamfana, die Göttin der Marser

Thor (- Donar), der Gewittergott schleudert seinen Hammer Mjölnir, den “Zermalmer“ und es blitzt. Wo der Blitzt einschlägt, finden wir im Boden den Donnerkeil. Der Hammer Mjölnir verfehlt nie sein Ziel und er kehrt immer wieder in die Hand des Thors zurück. Thor, Verteidiger von Asgard.

Tyr (- Tiu,- Ziu ,- sächsisch Saxnot), war ursprünglich oberster Gott. Später nur noch Gott des Krieges und gleichgesetzt durch Tacitus mit Ares und Mars.

Ullr (- Ull,- Uller) ein Bogenschütze und Gott der Skiläufer.

Urd, eine der Nornen (- die Gewordene)

Walküren (- Wunsch- und Schildmädchen), die die Kämpfer während der Schlacht betreuen und die gefallenen Einherier vom Schlachtfeld nach Walhall bringen.

Werdandi, eine der Nornen (- die Seiende)

Widarr (- Vidarr), Sohn des Wodan, der dessen Tod am Fenriswolf rächt.

Wodan (-nordgermanisch Odin,- oberster der Götter,- Fürst der Asen,- Allvater), Wotans Heer, wütendes Heer in den Raunächten, den Weihenächten (- Wind,- Himmels,- Totengott, aber auch Heilgott).Er reitet auf Sleipnir, dem magischen Pferd mit 8 Beinen und wird begleitet von zwei Wölfen namens Freki (- der Gefräßige) und Geri (- der Gierige). Die Raben Hugin (- der Gedanke) und Munin (- das Gedächtnis), erzählen ihm die Neuigkeiten von ihren Aufklärungsflügen direkt ins Ohr. Wodan trägt meist einen weitkrempigen Hut, einen weiten Mantel und Ger (- Speer). Beim Weltuntergang wird er vom Fenriswolf verschlungen.

 

Diese Textpassage spiegelt sich in den Büchern des Literaturverzeichnisses wieder.