In der Edda steht :

 

"Auf den Schild sind sie geritzt,

der steht vor der schimmernden Göttin,

auf Arwakers Ohr und auf Alswinns Huf,

auf das Rad, das sich dreht unter des Donnerers Wagen,

auf Sleipnirs Zähne und die Zunge Bragis,

auf des Schlitten Kufen und den Schnabel des Adlers,

auf des Bären Pranke und die Pfoten des Wolfs,

auf blutige Schwinge und der Brücke Stoß,

auf der Heilbringerin Hand und der Helferin Spur,

auf Glas und auf Gold und auf gutes Kleinod,

in den Wein und ins Bier und auf gewohnten Sitz,

auf Gungnirs Spitze und auf Granis Brust,

auf der Norne Nagel und der Nachteule Schnabel."

 

 

In den 30iger Jahren stießen deutsche Wissenschaftler auf Zeichen, die in den Stein geritzt waren (in Val Camonica in Italien, nördlich von Brescia).

Sie hatten große Ähnlichkeit in der Schrifttechnik mit den Runen.

Die Felsinschrift geht auf ein Alphabet zurück, welches die Etrusker mitgebracht hatten im 6.Jhd. in der Poebene. Die Schriftzeichen selbst waren von 2 vor bis 1 nach Chr. in Gebrauch. Möglicherweise waren die Kimbern verantwortlich für die Verbreitung, welche sich zu dieser Zeit dort auf Völkerwanderung befanden. Die Kimbern gaben den entscheidenden Anstoß zur Bildung des 24 Buchstaben umfassenden Alphabets und nannten es Futhark.

 

Sie waren auch für die Verbreitung verantwortlich, nachdem sie in ihre Heimat Jütland zurückgekehrt waren. Das Wort Rune kommt von „Raunen“, benutzt wurde es als Schriftzeichen und Lautzeichen.

 

Die Runen schützen, in den Körper oder in die Waffen eingeritzt, vor Gefahren. In dieser Beziehung nennt das Sigrdrifumal Siegrunen, Älrunen, Bergrunen, Brandungsrunen, Astrunen, Gerichtsrunen und Geistrunen immer in dem Sinne, dass solchen Zeichen besondere, geheime Kräfte innewohnen.

Häufig gebrauchte man die Runen zum Losen, indem drei Stäbe genommen und aus deren zufälliger Zusammenstellung die Zukunft gelesen wurde. Ferner dienten sie als Geheimschrift, wobei der wahre Sinn in gleicher Weise wie beim Orakel imaginiert werden musste. Schließlich wurden sie auch für Inschriften (meist auf Grabsteinen) benutzt, wobei keine aus vorchristlicher Zeit bekannt sind. Ihre ursprüngliche magische Verwendung zum Zauber und Orakel geht jedoch zweifellos in weitaus ältere Zeiten zurück.

Die Germanen waren als sehr naturverbundene Menschen eher schreibfaul. Außerdem hatten sie eine sehr hohe Achtung vor der Macht des geschriebenen Wortes. Als es aber nicht mehr anders ging, übernahmen sie von den Nachbarvölkern die Sitte des Schreibens und versuchten dabei auch ihre angestammten Zeichen, die Runen, zu verwenden. Viel lieber jedoch ritzten sie einzelne oder einige Runen in Holz, Ton, Knochen, Stein und einfach überall hin.

Das Wort Buchstabe kommt von den Runen als Stäbe aus Buchenholz, wie sie für das Orakel benutzt wurden.

 

Ausschnitt aus: www.obib.de/Schriften/AlteSchriften/Runen/runen.php