Großsteingrab
Großsteingrab

Laut Tacitus in Kap. 9 gab es keine Tempel, sondern nur Götterbilder, die in heiligen Hainen aufgestellt wurden. Trotzdem werden in mittelalterlichen isländischen Sagas immer wieder Tempel erwähnt, vor allem in Norwegen und Schweden. Der Historiograph Adam von Bremen erwähnte in der Kirchengeschichte ausführlich Haupttempel in Uppsala -Schweden, woraus sich mehrere Nachgrabungen unter der Kirche ergaben, die in Alt Uppsala doch ohne Erfolg blieben. Auch in Islands jüngsten Grabungen ergaben sich keine Hinweise auf die Existenz von Tempeln aus heidnischer Zeit. Anders in Norwegen, wo sich unter dem Boden der Kirchen ein 300 jähriger vorchristlicher Kultplatz fand.

 

Borg - großer Hallenbau (auch in Schweden und Norwegen) ohne große literarische oder historische Nachrichten, aber mit eindeutigen archäologischen Zeugnissen.

 

Maere, als völkerwanderungszeitliches Kultzentrum unter mittelalterlicher Kirche, kein Tempel, aber als Kulthalle zu interpretieren -Tempel = ausschließlich in Form und Funktion, dem Kult vorbehaltendes Gebäude -Kulthalle = normales Langhaus skandinavischer Bauernhöfe, entsprechende Hallen mit Doppelfunktion, Wohn und Repräsentationszwecken und Kultfeiern eines regionalen Fürsten.

 

Größe: beträchtliches (Völkerwanderungszeitliches) Borg 74m Länge, sonst ca. 50m lang und mit 50cm starken Stützpfeilern und immenser Größe, sehr beeindruckend, mit Goldgubbern und Glasfunde=eindeutig kultische Relevanz

Literarisch, aber nicht archäologisch nachgewiesene Hochsitzsäulen (öndvegissulur) = Platz des Hausherrn an der Nordseite der Halle umrahmende Säulen, von denen in der hochmittelalterlichen Sagaliteratur oft berichtet wurde, das sie von norwegischen Auswanderern nach Island mitgenommen wurden (auch mit eingeschnitzten Köpfen von Göttern-Thor).

 

Regelfall war die Doppelverwendung größerer Hallen für Wohn und Kultzwecke, evtl. mit religiösen textilen Wandbehängen und holzgeschnitzten Wandpaneelen mit mythologischen Szenen, aber keine großen heidnischen Holztempel!

 

Nur in römisch besetzten Gebieten Europas-Germania inferior (li. Rheinisch) und nach der Auswanderung der Angeln und Sachsen in Britannia unter Verwendung von Tempeln römischen Stils für Verehrung germanischer Gottheiten (oder in Germania romana mit Beschreibung eines großen Tempels in Köln im 6.Jhd. durch Gregor von Tours) Erwähnung der heiligen Haine von Tacitus, dort wird auch ein …fanum erwähnt: Eine hölzerne Konstruktion, möglicherweise eine offene Überdachung von Götterstatuen (hogr hatimbradr-hochgezimmerter hörgr) die oft noch im schwedischen Ortsnamen, bzw. in Skandinavien weitverbreitetem Wort „ve“ vom germanischen wiha = Weihestätte (z.B. in Dänm Odense=Odin).

 

Tempel waren keine Gebäude im eigentliche Sinn, sondern Naturheiligtümer, Quellen und Bäume, bzw. heilige Haine.

 

Diese Textpassage spiegelt sich in den Büchern des Literaturverzeichnisses wieder.