Lieder, Sprüche und Gebete aus Edda

 

 

Wir sind das Volk von Thule

 

Die Sonne schmückt unsere Wappen. Wir sind das auserwählte Volk der Götter

 

Mit der Natur leben wir im Einklang Nehmen nur was wir wirklich brauchen. Es ist ein Geben und nehmen. Eine Symbiose höchster Güte. Soweit wie das Auge blickt So groß ist unser Reich. Die Stadt erblickt man schon von ferne mit prächtigen Gebäuden und hohen Mauern. Die Hallen geschmückt mit den schönsten Sachen. Was man aus Gold, Stahl und Stein herstellen vermag

 

Wir sind nicht nur ein Kriegervolk. Nein Dichter und Künstler sind wir. Auch im Handwerk und der Schmiedekunst sind wir begabt. Bei uns gibt es kein Mein oder Dein. Es gibt nur Unser, denn wir sind Eins. Eine Gemeinschaft, ein Volk. Es sind Alle gleich.

 

Wenn Odin, unser oberster Gott, ruft zur Schlacht. So stehen wir bereit für den Streit. Denn wir sind das auserwählte Volk der Götter. Geschmückt mit prächtigen Rüstungen Bewaffnet mit den besten Schwertern, Lanzen und Schilde Angeführt von den Flötisten und den Standarten mit Sonne. Ziehen wir in eine glorreichen SchlachtAuch wenn wir den Untergang geweiht. So halten wir dennoch unsere Reihn.

 

Denn wir sind das Volk von Thule Wir sind viele dennoch sind wir Eins. Wir Volk, eine Gemeinschaft, es sind Alle gleich bis wir zum Tode geweiht.

 

 

Odins Runenlied

 

Ich weiß, dass ich hing am windigen Baum. Neun lange Nächte, Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht, Mir selber ich selbst, Am Ast des Baums, dem man nicht ansehen kann aus welcher Wurzel er spross.

 

Sie boten mir nicht Brot noch Met; Da neigt ich mich nieder. Auf Runen sinnend, lernte sie seufzend: Endlich fiel ich zur Erde.

 

Hauptlieder neun lernt ich von dem weisen Sohn Bölthorns, des Vaters Bestlas, Und trank einen Trunk des teuren Mets Aus Odhrörir geschöpft.

 

Zu gedeihen begann ich und begann zu denken, Wuchs und fühlte mich wohl. Wort aus dem Wort verlieh mir das Wort, Werk aus dem Werk verlieh mir das Werk.

 

Runen wirst du finden und Ratstäbe, Sehr starke Stäbe, Sehr mächtige Stäbe. Erzredner ersann sie, Götter schufen sie, Sie ritzte der hehrste der Herrscher.

 

Odin den Riesen, den Alfen Dain, Dwalin den Zwergen, Alswid aber den Riesen; einige schnitt ich selbst.

 

Weißt du zu ritzen? Weißt du zu erraten? Weißt du zu finden? Weißt zu erforschen? Weißt du zu bitten? Weißt Opfer zu bieten? Weißt du wie man senden, weißt wie man tilgen soll?

 

Besser nicht gebeten, als zu viel geboten: Die Gabe will stets Vergeltung. Besser nichts gesendet, als zu viel getilgt; So ritzt es Thundr zur Richtschnur den Völkern. Dahin entwich er, von wannen er ausging.

 

Lieder kenn ich, die kann die Königin nicht Und keines Menschen Kind. Hilfe verheißt mir eins, denn helfen mag es In Streiten und Zwisten und in allen Sorgen.

 

Ein andres weiß ich, des alle bedürfen, Die heilkundig heißen.

 

Ein drittes weiß ich, das ich bedarf Meine Feinde zu fesseln. Die Spitze stumpf ich dem Widersacher; Mich verwunden nicht Waffen noch Listen.

 

Ein viertes weiß ich, wenn der Feind mir schlägt In Bande die Bogen der Glieder, sobald ich es singe, so bin ich ledig, Von den Füßen fällt mir die Fessel, Der Haft von den Händen.

 

Ein fünftes kann ich: fliegt ein Pfeil gefährdend Übers Heer daher, Wie hurtig er fliege, ich mag ihn hemmen, Erschau ich ihn nur mit der Sehe.

 

Ein sechstes kann ich, so wer mich versehrt Mit harter Wurzel des Holzes: Den andern allein, der mir es antut, Verzehrt der Zauber, ich bleibe frei.

 

Ein siebentes weiß ich, wenn hoch der Saal steht Über den Leuten in Lohe, Wie breit sie schon brenne, ich berge sie noch: Den Zauber weiß ich zu zaubern.

 

Ein achtes weiß ich, das allen wäre Nützlich und nötig: Wo unter Helden Hader entbrennt, Da mag ich schnell ihn schlichten.

 

Ein neuntes weiß ich, wenn Not mir ist vor der Flut das Fahrzeug zu bergen, so wend ich den Wind von den Wogen ab Und beschwichtige rings die See.

 

Ein zehntes kann ich, wenn ZaunreiterinnenDurch die Lüfte lenken, So wirk ich so, dass sie wirre zerstäuben Und als Gespenster schwinden.

 

Ein elftes kann ich, wenn ich zum Angriff soll Die treuen Freunde führen, In den Schild fing ich's, so ziehn sie siegreichHeil in den Kampf, heil aus dem Kampf, Bleiben heil wohin sie ziehn.

 

Ein zwölftes kann ich, wo am Zweige hängt Vom Strang erstickt ein Toter, Wie ich ritze das Runenzeichen, So kommt der Mann und spricht mit mir.

 

Ein dreizehntes kann ich, soll ich ein Degenkind In die Taufe tauchen, So mag er nicht fallen im Volksgefecht, Kein Schwert mag ihn versehren.

 

Ein vierzehntes kann ich, soll ich dem Volke Der Götter Namen nennen, Asen und Alfen kenn ich allzumal; Wenige sind so weise.

 

Ein fünfzehntes kann ich, das Volkrörir der Zwerg vor Dellings Schwelle sang: Den Asen Stärke, den Alfen Gedeihn, Hohe Weisheit dem Hroptatyr.

 

Ein sechzehntes kann ich, will ich schöner Maid In Lieb und Lust mich freuen, Den Willen wandl ich der Weißarmigen, Dass ganz ihr Sinn sich mir gesellt.

 

Ein siebzehntes kann ich, dass schwerlich wieder Die holde Maid mich meidet. Dieser Lieder, magst du, Loddfafnir, Lange ledig bleiben. Doch wohl dir, weißt du sie, Heil dir, behältst du sie, Selig, singst du sie!

 

Ein achtzehntes weiß ich, das ich aber nicht singe vor Maid noch Mannesweibe Als allein vor ihr, die mich umarmt, Oder sei es, meiner Schwester. Besser ist was einer nur weiß; So frommt das Lied mir lange.

 

Des Hohen Lied ist gesungen In des Hohen Halle, Den Erdensöhnen not, unnütz den Riesensöhnen. Wohl ihm, der es kann, wohl ihm, der es kennt, Lange lebt, der es erlernt, Heil allen, die es hören.

 

 

Den tapferen Kriegern

 

Wir ehren Erde und Natur im Geiste an Walhallas Fuße und geben darauf uns'ren Schwur unseren Ahnen zum Gruße!

 

Heilir Æsir, heilar Ásynjur, ogöllginnheilög goð!

 

Mögen die Asen mit Euch sein! Zurück zu unseren Traditionen und alten Werten! Ich ehre die Werte der Asatru:

 

• Ehre• Treue• Freiheit• Mut• Gastfreundschaft undHilfsbereitschaft• Ehrbietung unserer Vorfahren• Lebensfreude und Selbstbewusstsein• Beharrlichkeit• gerechte Rache und Kampfbereitschaft Mit Schlachtgebrüll und Todeswutüber die feindlichen Reihen herein, die Klingen klirren und die Schilder bersten zu sehen, dem Tod ins Auge blicken und zu wünschen freudig mit dem Schwert in der Hand von unseren Göttern und Ahnen an den ewigen Tafeln Walhalls begrüßt zu werden und zu feiern bis das Heimdall zum letztem Streit, dem Ragnarök aufbläst!

 

... Dann nach gekämpfter Schlacht Abends mit meinen Brüdern am Lagerfeuer zu sitzen und den Stimmen unserer der Skalden zuzuhören, wie sie uns alte Sagen aus längst vergangenen Tagen berichten...

 

.... Sehnsüchtig am nordischen Weltmeer zu sitzen, die kalte, salzige Luft einzuatmen und sich der Mächtigkeit der wilden undkargen Natur des eisigen Nordens bewusst zu werden...

 

... die ewige trauernde Melodie der Melancholie in der Musik zu hören und zu wissen, dass alles vergänglich ist......... dort treffe ich dann meinen Vater. Dort treffe ich dann meine Mutter, meine Schwestern und meine Brüder.

 

Dort treffe ich dann all jene Menschen meiner Ahnenreihe, von Beginn an.

 

Sie rufen bereits nach mir.

 

Sie bitten mich meinen Platzzwischen ihnen einzunehmen, hinter den Toren von Valhalla, wo die tapferen Männer für alle Ewigkeit leben!

 

 

Asatru-Gedichte

 

Rätsel-Lied

 

Ich bin ein Sturmwind in der Nacht, ich bin der Herr von Tod und Schlacht, ich bin Ekstase, neu entfacht: Weißt du, wer ich bin?

 

Ich bin des Hammers wackrer Schlag, ich bin der Helfer, Nacht und Tag, ich bin die Kraft, die nie versagt: Weißt du, wer ich bin?

 

Ich bin der Tränen goldnes Licht, ich bin der Liebsten Angesicht, ich bin die Sinnlichkeit, die spricht: Weißt du, wer ich bin?

 

Ich bin das grüne Ackerfeld, ich bin die Lust, die dich befällt, ich bin der Herr, der alles hält: Weißt du, wer ich bin?

 

Ich bin der Halle schützend Dach, ich bin die Mutter im Gemach, die alles weiß, doch selten sprach: Weißt du, wer ich bin?

 

Ich bin der Wächter und die Pflicht, ich bin der Sorgfalt weite Sicht, ich bin die Treu‘, die niemals bricht: Weißt du, wer ich bin?

 

Ich bin der ungebrochne Eid, ich bin der Frieden nach dem Streit, ich bin eure Gerechtigkeit: Weißt du, wer ich bin?

 

Wir sind die Rater, immer da, wir sind die Mächte, fern und nah, wir sind mit euch, was auch geschah: Wisst ihr, wer wir sind?

 

Gebet während der Schlacht

 

Odin ich rufe dich! Brüllend umwölkt mich der Dampf Der Geschütze, sprühend umzuckend mich rasselnde Blitze. Lenker der Schlacht, ich rufe dich !Vater du, führe mich

 

Odin du, führe mich! Führ mich zum Siege, führ mich zum Tode Oh Odin ich erkenne deine Gebote! Herr so wie du willst führe mich. Vater ich erkenne dich

 

Odin ich erkenne dich! So im rauschen der Blätter, als im Schlachtendonnerwetter, Urquell der Gnade, erkenn ich dich! Vater du segne mich!

 

Odin du segne mich! In deiner Ahnd befehle ich mein Leben, du kannst es nehmen du ,du hast es gegeben! Zum leben zum Sterben Segen mich! Vater ich preise dich!

 

Odin ich preise dich! Es ist kein Kampf für die Güter der Erde, das heiligste beschützen wir mit dem Schwerte, drum, fallend und siegend, preis ich dich! Vater dir ergeb ich mich!

 

Odin dir ergeb ich mich! Wenn mich die Donner des Todes begrüßen, wenn meine Adern geöffnet fließen, dir mein Gott, dir ergeb ich mich! Odin ich rufe dich !

 

www.skaldenmet.com/1klass/liederedda_simrock/1liederedda.htm